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Froschmäusekrieg

Froschmäusekrieg

Der Froschmäusekrieg (altgriechisch Batrachomyomachia, ursprünglich wohl kurz Batrachomachia: „Froschkrieg“ betitelt) ist ein unter dem Namen Homers überliefertes Epyllion aus späthellenistischer Zeit, das als Parodie auf die homerischen Epen einen Krieg zwischen den Fröschen und den Mäusen schildert.

Autorschaft und Datierung

Wie die (größtenteils legendenhaften) antiken Homerbiographien berichten, soll Homer den Froschmäusekrieg ebenso wie die verlorenen Epikichliden und andere Spaßdichtungen verfasst haben, als er Schulmeister auf Chios war und die Kinder unterhalten musste. Diese Tradition gilt heute als ebenso abwegig wie eine auf die Suda zurückgehende Zuschreibung an einen gewissen Pigres von Halikarnassos, der vermutlich nie existiert hat bzw. kein Dichter war. Der Text wird anhand lexikalischer und stilistischer Merkmale vielmehr in die späthellenistische Zeit datiert, mit Ahlborn kann man eine Entstehung in oder um Alexandria im 1. Jahrhundert v. Chr. für besonders wahrscheinlich halten. Die erste sichere Erwähnung des Froschmäusekriegs und somit einen terminus ante quem finden wir jedenfalls bei Martial (Epigrammata XIV 183) um 85 n. Chr., ähnliches bei Statius (Silvae I praef.). Als Argument für eine frühere Datierung galt lange ein Relief des Bildhauers Archelaos von Priene (zwischen 3. Jahrhundert v. Chr. und 1. Jahrhundert n. Chr.), das sich heute im British Museum in London befindet und die Apotheose Homers darstellt. Am Fuße des Thrones, auf dem Homer dort sitzt, sind zwei grob herausgearbeitete Tiergestalten zu erkennen, in denen man im 19. Jahrhundert Frosch und Maus zu sehen glaubte, womit also schon Archelaos die Batrachomyomachia Homer zugesprochen hätte. Allerdings ist nicht nur die Lebenszeit des Archelaos selbst unsicher, auch die beiden Tiere sind nur schwer zu erkennen und könnten ebensogut spätere Ergänzung sein oder (wie man bis ins 19. Jahrhundert annahm) zwei Mäuse darstellen, welche dann ironisch für strenge Literaturkritiker stünden, die Homers Dichtungen 'benagten'.

Inhalt

Das Gedicht umfasst etwa 300 Hexameter; die Zahl schwankt, je nachdem wie viele Verse man für interpoliert hält. Das Proömium (Vers 1–8) kündigt in epischer Tradition und Sprache den Bericht über einen gigantischen Krieg an, wonach der unbedeutende Inhalt umso komischer wirkt. Angelehnt an die äsopische Fabel von Frosch und Maus (Nr. 302 Hausrath) wird erzählt, wie einst der Mäuseprinz Krumendieb (griechisch Psicharpax: alle Namen sind 'sprechend') seinen Durst an einem Teich stillte, als der Froschkönig Pausback (Physignathos) auftaucht und ihn nach Herkunft und Geschlecht fragt (13–23). Die gegenseitige Vorstellung, die genau den Begegnungen der Helden Homers nachgebildet ist, endet im Selbstlob Krumendiebs für die Kultur der Mäuse, welche jener der Frösche überlegen sei (24–55). Als Antwort lädt Pausback ihn zur Besichtigung seines Reiches ein: er will ihn auf seinem eigenen Rücken über den Teich tragen, was die beiden auch beginnen (56–81). Plötzlich erscheint jedoch eine Wasserschlange, weshalb Pausback erschrocken wortwörtlich abtaucht und der arme Krumendieb jämmerlich, doch Rache schwörend ertrinkt (82–99). Das ganze Geschehen verfolgte vom Ufer aus der Mäuserich Tafellecker (Leichopinax), der das Unglück den Mäusen meldet, die von großem Zorn ergriffen werden, v.a. Krumendiebs Vater, der König Brotnager (Troxartes; 100–107). In der Volksversammlung beschließen die Mäuse einen Rachefeldzug unter Brotnagers Führung gegen die Frösche und rüsten sich dafür (108–131). Der Froschkönig Pausback weist derweil jede Schuld von sich, so dass die Frösche im Rat ebenfalls die Rüstung beschließen (132–167). Wie es sich nach homerischer Tradition gehört, folgt nun eine parallele Götterversammlung: Zeus fordert die Götter pathetisch auf, einer der beiden Seiten zu helfen, Athene dagegen, die von unerwartet irdischen Sorgen gequält wird, welche ihr beide Tierarten verursachen (Mäusefraß im Tempel, Geldsorgen und Kopfschmerzen durch das Gequake der Frösche), plädiert dafür, die Schlacht nur neutral zu verfolgen (168–201). Die Götter stimmen zu, so dass Zeus den Krieg eröffnet. Nun folgt eine ausgiebige Schlachtenschilderung (202–203), die wie bei Homer v.a. aus Zweikämpfen einzelner Helden besteht und wortreich Wundes- und Todesarten aufzählt. Die Beschreibung ist jedoch insgesamt verworren, so dass die Forschung auch schon eine ursprünglich unabhängige Entstehung des Textes angenommen hat, der dann erst nachträglich in das Epyllion eingefügt worden wäre. Nach vielem Hin und Her der Schlacht scheint diese durch die 'Hochleistung' (Aristie) des Mäuserichs Bröckchenräuber (Meridarpax) entschieden zu werden, der „das Geschlecht der Frösche auszutilgen“ droht und deren Front in die Flucht treibt (260–269). Zeus erbarmt sich nun der Frösche, deren vollständige Vernichtung er voraussieht, und fordert die Götter zum Eingreifen auf, aber ausgerechnet der Kriegsgott Ares bekennt, die Kraft einzelner Götter reiche nicht aus, dieser Schlacht Einhalt zu gebieten (270–284). Auf Ares' Vorschlag hin schleudert Zeus seinen furchtbaren Donnerkeil, aber obwohl „der ganze Olymp erbebte“, lassen sich die Mäuse nicht aufhalten (285–292). Endlich schickt Zeus ein Heer von Krebsen (oder Krabben) zur Hilfe, denen es gelingt, die Mäuse in die Flucht zu schlagen (293–303). „Schon ging die Sonne unter, und der ganze eintägige Kriegszauber war vorüber.“

Wirkung und Nachdichtungen

Der Froschmäusekrieg wurde sehr früh zur Schullektüre, wovon die große Zahl der über 100 erhaltenen Handschriften sowie Scholien und Kommentare (etwa von Moschopulos) sowie die starke Bearbeitung des Textes Zeugnis ablegen. Letztere hat zu zahlreichen Interpolationen (eingefügten Versen und ganzen Abschnitten) geführt, oft Homerzitate, mit denen eifrige Leser die Parodie noch parodistischer zu machen versuchten, ebenso zu zwei stark differierenden Rezensionen aus byzantinischer Zeit samt Mischfassungen. Die älteste erhaltene Handschrift ist der Codex Baroccianus 50 aus dem 10. Jahrhundert, der Froschmäusekrieg wurde bereits 1474 in Brescia gedruckt und ist damit eines der ersten griechisch gedruckten Bücher, vielleicht sogar das älteste überhaupt. Die Altphilologie des 19. Jahrhunderts trug zwar viel zur Sicherung des Textes und seiner Zuschreibung bei, gekrönt von der monumentalen kritischen Ausgabe Arthur Ludwichs (1896). Sie begann jedoch auch mit einer abschätzigen Behandlung des 'unechten' Gedichtes, das noch in der kritischen Homer-Ausgabe Th. W. Allens (Oxford 1912 u.ö.) als miserum poema, „elendes Gedicht“ bezeichnet wird. Dieser inzwischen glücklicherweise wieder selten gewordenen Pauschalverurteilung steht die gewaltige literarische Nachwirkung des Froschmäusekriegs gegenüber. Zu den berühmtesten Adaptionen zählen der Froschmeuseler von Georg Rollhagen (1595), der das Gedicht zu einem etwas weitschweifigen Epos von 10.000 Verse ausdehnte, die lateinische Bearbeitung von Baldes (1637) in fünf Büchern sowie v.a. die italienische Nachdichtung samt Fortsetzung in den Paralipomeni alla Batracomiomachia von Giacomo Leopardi (18311837). Leopardi übersetzte das Gedicht im Lauf seines Lebens insgesamt dreimal, so begeistert war er davon. Weitere bedeutende dichterische Übertragungen schufen Chapman und Alexander Pope (London 1721). Auch ganz neue Werke wurden von der Batrachomyomachia angeregt: inspiriert vom Froschmäusekrieg schuf der byzantinische Dichter Theodoros Prodromos schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts den Katzenmäusekrieg, ein Lesedrama als Parodie auf die antike Tragödie, das allerdings heute weitgehend vergessen ist. Der Barockdichter Lope de Vega ahmte das Epos in einem Katzenkrieg nach (1618). Das bedeutendste Zeugnis der Rezeption ist jedoch zweifellos die bereits genannte 'Fortsetzung' aus der Feder Leopardis.

Literatur

Wissenschaftliche Textausgaben


- Die homerische Batrachomachia[!] des Karers Pigres nebst Scholien und Paraphrase. Hrsg. von Arthur Ludwich, 1896.
- Batrachomyomachia, in: Homeri opera Bd. 5, hrsg. von Th. W. Allen. Oxford 1912 u.ö. (OCT).
- Die Batrachomyomachia. Synoptische Edition und Kommentar. Hrsg. von Reinhold F. Glei. Frankfurt/M., New York, Nancy 1984 (Studien zur klass. Philologie 12).

Deutsche Übersetzungen


- Der Frosch-Mäuse-Krieg (Batrachomyomachia). Griech./dt., verdeutscht von Thassilo von Scheffer. Heimeran, München 1941 (Tusculum).
- Pseudo-Homer: Der Froschmäusekrieg. Theodoros Prodromos: Der Katzenmäusekrieg. Griech./dt. von Helmut Ahlborn. Akademie-Verlag, Berlin (Ost) 1968. 4., überarbeitet Auflage 1988 (SQAW 22).

Sekundärliteratur


- Helmut Ahlborn: Untersuchungen zur pseudo-homerischen Batrachomyomachia. Dissertation Univ. Göttingen 1959.
- O. Crusius: Pigres und die Batrachomyomachia bei Plutarch, in: Philologus 58 (1899) 577–593.
- M. Fusillo: La battaglia delle rane e dei topi. 1988.
- Reinhold F. Glei: Artikel Batrachomyomachia. In: Der Neue Pauly Bd. 2 (1997), Spalte 495f.
- J. van Herwerden: Die Batrachomyomachia. In: Mnemosyne Neue Serie 10 (1872) 163–174.
- G. W. Most: Die Batrachomyomachia als ernste Parodie. In: W. Ax, Reinhold F. Glei (Hrsg.): Literaturparodie in Antike und Mittelalter. 1993, 27–40.
- J. Wackernagel: Sprachliche Untersuchungen zu Homer. Göttingen 1916. S. 188–199.
- H. Wölke: Untersuchungen zur Batrachomyomachia. Meisenheim am Glan 1978 (Beiträge zur klass. Philologie 100). Kategorie:Antike (Literatur)

Griechische Sprache

Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen. Siehe: Griko in Italien Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden. Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis 1453) grc.

Geschichte

1453 Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert. Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden. Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt. Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus). Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Grammatik

Altgriechisch

Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie. Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen. Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.

Nominale Wörter

Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Genera

- (allgemeine) Regeln:
  - Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
  - Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
  - Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache. Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
  - echter Akkusativ (direktes Objekt)
  - adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
  - echter Genitiv (Bereich)
  - Separativ (Herkunft)
- Dativ
  - echter Dativ (indirektes Objekt)
  - Soziativ (Gemeinschaft)
  - Instrumental (Mittel)
  - Lokativ (Ort, Zeit)

Verben

Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm. Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt. Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen) Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung. Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens) Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt. Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten). Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung. Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden. Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck. Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint. In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt. Der Imperativ drückt einen Befehl aus. Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt). Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung. Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus. Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn: Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.) Beispiele: Aktiv: er löst (etwas) transitives Medium: er löst (etwas) für sich intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Personen
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural). Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.

Neugriechisch (Dimotiki)

Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation. Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache: Vokale geschlossen halbgeschlossen offen Alle Vokale werden kurz ausgesprochen. laut IPA Konsonanten p t k b d g v δ z γ f θ s χ m n l r

Siehe auch


- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen

Literatur


- Geschichte:
  - Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
  - Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
  - Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
  - Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
  - Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
  - Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
  - Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
  - Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
  - Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
  - Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992

Weblinks


- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Einzelsprache als:Griechische Sprache ja:ギリシア語 ko:그리스어 ms:Bahasa Greek simple:Greek language th:ภาษากรีก

Epyllion

Ein Epyllion (altgriechisch „kleines Epos“) ist eine Dichtungsform, die im griechischen Hellenismus, v.a. in der alexandrinischen Literatur aufkommt und auch in der römischen Poesie eine wichtige Rolle spielt, etwa bei den Neoterikern. Das Epyllion schildet wie das große Epos mythische oder historische Ereignisse in Versform (normalerweise Hexameter) und der seit den homerischen Dichtungen kanonischen epischen Diktion und Ausdrucksweise; oft werden auch formelhafte Wendungen oder ganze Satzteile aus der epischen Sprache übernommen. Dies kann in ernsthafter Anknüpfung an die Tradition erfolgen, um dem zu behandelnden Stoff die Würde der epischen Dichtung zu leihen, aber auch, um an Stelle des nicht mehr als zeitgemäß empfundenen Großepos eine 'moderne' Gattung zu schaffen (so (Kallimachos), oder schließlich in parodistischer Absicht. Wichtige Vertreter und erhaltene Beispiele des Epyllions sind:
- der fälschlich Homer zugeschriebene Froschmäusekrieg aus späthellenistischer Zeit
- Kallimachos, Hekale u.a. Gedichte
- Catull, Gedicht Nr. 64: Die Hochzeit des Peleus und der Thetis
- In der Appendix Vergiliana die Dichtungen Ciris und Moretum (letzteres hat auch Züge eines Lehrgedichts) Kategorie:Antike (Literatur)

Hellenismus

Der Begriff Hellenismus wurde durch den deutschen Historiker Johann Gustav Droysen um die Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen. Er bezeichnet die geschichtliche Epoche vom Regierungsantritt Alexanders des Großen von Makedonien 336 v. Chr. bis zur Einverleibung des letzten Diadochenreiches in das Römische Reich 30 v. Chr..

Geschichtlicher Grundriss

Weiterführende Informationen zu diesem Thema: Geschichte des Hellenismus Nach dem Tod Alexanders erhoben sich seine führenden Generäle, die so genannten Diadochen, zu lokalen Machthabern; eine Wiedervereinigung des Alexanderreiches erschien spätestens 301 v. Chr. aussichtslos, als Antigonos I. Monophthalmos in der Schlacht von Ipsos seinen Rivalen unterlag. Die sog. Diadochenkämpfe um Alexanders Erbe endeten schließlich 281 v. Chr. nach insgesamt sechs Kriegen mit der Zuteilung Makedoniens und Teilen Griechenlands an Antigonos (dem Stammvater der Antigoniden), Syriens, Mesopotamiens und Persiens an Seleukos I. (dem Stammvater der Seleukiden) sowie Ägyptens an Ptolemaios (dem Stammvater der Ptolemäer) und der Bildung dreier entsprechender Großreiche. Hierdurch kam es zu einer vorübergehenden Stabilisierung der politischen Lage, bevor die Auflösungserscheinungen wieder voranschritten und Rom sich in die Konflikte einzumischen begann, so namentlich in Griechenland und im Konflikt der Seleukiden mit den Ptolemäern um Palästina: Antiochos III. wurde 188 v. Chr. von den Römern zum Verzicht auf Teile seines Reiches gezwungen, während auch Philipp V. von Makedonien eine Einengung seines Handlungsspielraums in Griechenland akzeptieren musste. 168 v. Chr. wurde Makedonien, nach der Niederlage des Sohnes Philipps V., Perseus, von den Römern in vier Bezirke aufgeteilt und 148 v. Chr. endgültig in eine römische Provinz verwandelt. 64 v. Chr. wurden mit der Eroberung Syriens durch Pompeius die Reste der Seleukidenherrschaft getilgt, 30 v. Chr. mit der Einnahme Alexandrias durch Oktavian die Ptolemäer um ihr Reich gebracht. Die politische Geschichte des Hellenismus, und damit auch der politischen Selbstständigkeit griechischer Staaten, endete somit, während die kulturelle Ausstrahlung des Hellenismus erhalten blieb (siehe auch Byzantinisches Reich).

Merkmale der Epoche

Der Hellenismus umspannte einen gewaltigen Raum: Von Griechenland bis nach Indien, vom Schwarzen Meer bis nach Ägypten. Auch in Baktrien setzten sich die Griechen fest und etablierten dort das so genannte Gräko-baktrische Reich, welches erst nach knapp zwei Jahrhunderten unterging. Schwerpunkt der Handlungen während des Hellenismus war aber der östliche Mittelmeerraum, auch wenn die Seleukiden immer wieder versuchten, ihre östlichen Besitzungen in Persien zu stabilisieren (siehe Antiochos III.). Die Zeit nach 280 v. Chr. war eine kulturelle Blütezeit, in der sich Mathematik, Philosophie und Kunst entfalteten, besonders, aber nicht nur, in Alexandria. In den hellenistischen Staaten waren die Griechen selbst allerdings immer in der Minderheit. Es kam zu immer mehr Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung und es traten immer mehr interne Auflösungserscheinungen zu Tage, begleitet von einem Zerfall der Regierungsgewalt. Gleichzeitig gelang es den Reichen nicht, einen modus vivendi zu schaffen. Kennzeichen dieser Geschichtsepoche ist die Hellenisierung: die Durchdringung vor allem des Orients durch die griechische Kultur und im Gegenzug der Einfluss orientalischer Kultur auf die Griechen. Das Griechische war zu dieser Zeit Weltsprache, die so genannte Koiné (von koínos = allgemein). Besonders gut ablesbar ist dies am Hellenistischen Judentum, von dem durch die Schriften von Philo und Josephus wie auch den Apokryphen der Bibel eine größere Quellensammlung existiert. An ihnen ist sichtbar, wie sich ein "orientalischer Kult" wie das Judentum (auf sehr unterschiedliche Weise) mit griechischem Denken und griechischer Sprache verband und dadurch eine Weltreligion entstand. Die Hellenisierung der orientalischen Bevölkerung sorgte dafür, dass noch bis weit ins Mittelalter hinein wenigstens die städtische Bevölkerung Syriens und Kleinasiens Griechisch sprach (Ägypten bildet dabei einen Sonderfall). Somit brachen die Griechen aus dem engen Raum der Polis aus, und es kam zu einer ersten Globalisierung. Tatsächlich überdauerten die kulturellen Traditionen des Hellenismus den politischen Zusammenbruch und wirkten noch Jahrhunderte in Rom und im Byzantinischen Reich fort.

Quellensituation

Die Quellenlage zum Hellenismus ist mit die problematischste in der Alten Geschichte, da in weiten Teilen eine durchgehende Überlieferung fehlt. Somit ist man auf die Fragmente (wie von Hieronymus von Kardia) bzw. auf die nicht vollständig erhaltenen Schriften von Historikern angewiesen (Polybios, Diodor) sowie auf archäologische Quellen etc. Aus diesem Grund sind viele Sachverhalte umstritten, auch wenn im Großen und Ganzen ein Gerüst steht, welches jedoch komplexe Detailfragen aufwirft

Literatur

Die klassische Darstellung ist Droysens Geschichte des Hellenismus, die inzwischen jedoch hoffnungslos veraltet ist. Neuere Darstellungen sind in englischer (Peter Green, Graham Shipley, Frank W. Walbank) und französischer (E. Will: Histoire politique du monde hellènistique) Sprache vorhanden. Im Folgenden werden vor allem Überblickswerke genannt, an Hand deren Bibliographien sich leicht spezialisiertere Literatur erschließen lässt.
- Alexander Demandt: Die hellenistischen Monarchien. In: Antike Staatsformen. Akademie Verlag, Berlin 1995. S. 291-320.
Knapper Überblick über Geschichte und Gesellschaft der hellenistischen Staatenwelt mit Bibliografie.
- Hans-Joachim Gehrke: Hellenismus. In: Ders. und H. Schneider (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch.. Stuttgart 2000. S. 163 ff.
Knappe, einführende Darstellung.
- Hans-Joachim Gehrke: Geschichte des Hellenismus (Oldenbourg Grundriss der Geschichte). 3. Auflage. München 2003.
Knappe Darstellung mit Forschungsteil und umfassender Bibliographie.
- Hatto H. Schmitt und Ernst Vogt (Hrsg.): Kleines Lexikon des Hellenismus. 2. erweiterte Auflage. Wiesbaden 1993.
Eigentlich eine kleine Aufsatzsammlung. Sehr gut zur Einführung.
- Graham Shipley: The Greek World After Alexander, 323-30 BC.. London und New York 2000.
Englischsprachiger Überblick über die Zeit des Hellenismus von den Diadochen bis Kleopatra VII.

Siehe auch


- Diadochen und Diadochenkriege
- Hellenistisches Judentum und Hellenisten
- Gesellschaft für antike Philosophie

Weblinks


- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/quellen/qvl99.html Quellenausschnitte und Bibliographie]
- [http://www.gltc.leidenuniv.nl/index.php3?m=&c=86 Umfassende Bibliographie]
- [http://www.isidore-of-seville.com/hellenistic/1.html Knappe Literaturempfehlungen (Green, Shipley etc.)]
- [http://ark.cdlib.org/ark:/13030/ft0000035f/ Peter Greens "Hellenistic History and Culture" frei zugänglich (englisch)]
- [http://www.fordham.edu/halsall/ancient/asbook08.html Teil des Internet Sourcebooks. Quellen in englischer Übersetzung.]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/quellen/qvl99_313.html Aufteilung Makedoniens.]
- [http://www.ganph.de GANPH - Gesellschaft für antike Philosophie e.V.] ! Kategorie:Transkulturation ja:ヘレニズム

Parodie

Literatur

Die Parodie (griechisch παρωδία, parodía – der Gegengesang, das Gegengedicht) bezeichnet in der Literatur die verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes, wobei zwar die Form beibehalten, aber ein anderer, nicht dazu passender Inhalt unterlegt wird. Durch die dadurch aufgebaute deutliche Abweichung gegenüber dem bekannten Original, zwischen der bekannten Form und dem neuen Inhalt entsteht ein humoristischer Effekt. Als eine der frühesten Parodien der abendländischen Literatur gilt der Homer zugeschriebene Froschmäusekrieg, wo in parodistischer Manier u. a. die Kriegsszenen der Ilias nachgeahmt werden. Parodien benötigen jedoch nicht zwingend ein konkretes Original. Auch ein Genre als ganzes kann parodiert werden, wenn seine Form gut wiedererkennbar ist. Literaturtheorisch lässt sich die Parodie als eine spezifische Form des intertextuellen Schreibens begreifen. Es können literarische, musikalische oder filmische Werke parodiert werden. Beispiele für Filmparodien sind u. a. Das Leben des Brian, Scary Movie, Spaceballs, Der Schuh des Manitu oder Der Wixxer. Die Parodie als solche ist zunächst nur eine bestimmte Technik des Schreibens. Verbindet sich mit der Parodie beispielsweise eine Gesellschaftskritik, so kann sie satirische Züge erhalten. Hier kann die Parodie also im Dienst der Satire stehen. Der Parodie nahe verwandte Formen sind die Travestie, die Persiflage und der Pastiche. Eine Sonderform der Parodie ist das Cento.

Musik

In der Musik bezeichnet man mit Parodie oder Parodieverfahren ursprünglich die Umgestaltung eines musikalischen Werks, um es für andere Zwecke verfügbar zu machen oder anderen Klangvorstellungen anzupassen. Diese Umgestaltung kann eine neue Textunterlegung sein (siehe auch Kontrafaktur) oder eine rein musikalisch-kompositorische.
Beispiele finden sich bei Händel, Bach und vielen anderen. Seit dem 18./19. Jahrhundert meint eine Parodie zunehmend eine karikierende, satirisch zuspitzende oder ironisierende Nachahmung bestimmter musikalischer Gattungen, Stilrichtungen oder Satztechniken.

Literatur


- Wünsch, Frank: Die Parodie. Zu Definition und Typologie. Hamburg: Kovac 1999 (Zugleich Dissertation, Bonn 1998).

Weblinks


- [http://www.jgg.at/stupidedia/index.php/Hauptseite Parodie auf Wikipedia]
- [http://www.daf.uni-mainz.de/landeskunde/2000_2/Humor/woerterbuch.htm Kleines Wörterbuch der Komik]
- [http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2gerwi/Verweyen/vorlesung/parodie_0.html Theodor Verweyen: Theorie und Geschichte der Parodie (Vorlesung)]
- [http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Medienzentrum/zmm-news/zmmNewsA/archiv/Sommer98/Marx.html Harpo Marx im wilden Westen – Eine kleine Geschichte der Filmparodie von Christian Maintz] ! ja:パロディ

Epos

Das Epos (v. griech. έπος „das Gesagte, der Vers“, dann auch „die Erzählung, das Gedicht“; Pl.: Epen) ist eine der Hauptformen der erzählenden Literatur (der Epik). Es steht als narrative Großform neben der jüngeren Entwicklung des Romans. Epen berichten in gebundener Sprache und einer gewissen Breite und Ausführlichkeit von einem bedeutenden, als historisch real verstandenen Ereignis. Die Verfasser können anonym bleiben.

Zur Versform des Epos

Die Epen der griechischen und lateinischen Antike sind im Versmaß des stichischen Hexameters verfasst, der die Silbenlänge zur Versstrukturierung nutzt und keinen Endreim kennt. Die Hauptform der altgermanischen Epik war der ebenfalls stichische Stabreimvers ('Beowulf', 'Heliand', Hildebrandlied). Bei den mittelhochdeutschen und altfranzösischen Epen kommt, gemäß der andersartigen Verstechnik (siehe auch Metrik), meist der paargereimte vierhebige Vers zur Anwendung, in dem auch die Romane gedichtet sind.

Zur Abgrenzung zwischen Epos und Roman

Der heute einflussreichste gattungstheoretische Ansatz dürfte die Romantheorie von Georg Lukács sein: Epos als Gestaltung einer »geschlossenen Lebenstotalität« mit festen Lebens-, Wert- und Sozialordnungen und verbindlichem Weltverständnis, dagegen der Roman als Ausdruck eines privaten Weltausschnitts und problematisch gewordenen Welt- und Ordnungsverständnisses. Franz Borkenau ordnet hingegen das "Epos" als literarische Form der Selbstfindung nach barbarischen Zeitaltern ein (am Beispiel der Völkerwanderung); daher auch seine abenteuerlichen Handlungen. In der höfischen Literatur um 1200 lassen sich erstmals sowohl epostypische wie romantypische Elemente erkennen, so dass die höfische Epik (speziell der Artusroman) als eine Übergangserscheinung betrachtet werden kann, die letztlich zum Roman als epischer Leitgattung der Neuzeit hinführt.

Berühmte Epen

Antike Epen


- sumerisch, akkadisch
  - Gilgamesch-Epos
- indisch
  - Mahabharata
  - Ramayana (in Thailand als Ramakien bekannt)
- iranisch
  - Yascht
- griechisch
  - Homer, Ilias - Kampf um Troja
  - Homer, Odyssee - die Heimreise des Odysseus von Troja
- römisch
  - Vergil, Aeneis - Vorgeschichte der Gründung Roms
  - Ovid, Metamorphosen - Verwandlungssagen Die antike Gattung 'Epos' ist neben Umfang und Thematik bestimmt durch den 'erhabenen' Stil, das Versmaß des Hexameters, Stoffelemente wie typische Szenen (Rüstung, Zweikampf, Massenkampf, Bestattung, Götterversammlung, Mahl, Feste), Beschreibung von Gegenständen (Ekphrasis), Kataloge, sprachliche Gestaltungsmittel wie Formeln (teilweise aus mündlicher Tradition der 'Oral Poetry' ererbt), schmückende Beiwörter (Epitheta ornantia), Vergleiche und eine unparteiisch-allwissende Erzählhaltung.

Epische Dichtung des Mittelalters


- Schahnameh (persisch; basiert auf alten zoroastrischen Epen, wurde jedoch erst im 11. Jahrhundert von Daqiqi und Ferdousi zusammengestellt)
- Beowulf (angelsächsisch)
- Hildebrandslied (deutsch, 9. Jahrhundert)
- Nibelungenlied (deutsch, 12. Jahrhundert)
- Rolandslied (französisch und deutsch, 12. Jahrhundert)
- El cantar de mio Cid (spanisch, 12. Jahrhundert)
- Epos von der Schlacht am Don (russisch)
- Igorlied (russisch)
- Kalevala (finnisch, erst im 19. Jahrhundert von Elias Lönnrot zusammengestellt)
- Edda (isländisch)
- Dante, Die Göttliche Komödie

Neuansätze und Gegenentwürfe von der Renaissance bis zur Gegenwart


- Ludovico Ariosto, Orlando furioso ('Der rasende Roland')
- John Milton, The Paradise Lost
- Friedrich Gottlieb Klopstock, Messias
- Johann Wolfgang von Goethe, Hermann und Dorothea
- Carl Spitteler, Olympischer Frühling
- James Joyce, Ulysses Die modernen Werke sind oft sehr dezidierte Gegenentwürfe, weshalb man dafür auch den Begriff »Antiepos« geprägt hat. Goethe wendet mit Hermann und Dorothea das Thema in Gegenwärtige, ins Bürgerliche und bei Joyces Ulysses wird das Epos zu einem fast 1-tägigen Irrlauf eines Antihelden. Auch Theodor Däubler und Albrecht Schaeffer haben beachtliche Vers-Epen verfasst. Schließlich wäre noch zu klären, ob Zettel's Traum (nicht in Versen!) von Arno Schmidt ein postmodernes Epos ist, wie denn der Begriff "Epos" vielen bedeutenden Prosawerken beigelegt wird.

Siehe auch

Epik, Epopöe, Literaturgattung, Nationalepos !Epos Kategorie:Oralität ja:叙事詩

MAUS

Das MausNet ist ein deutschsprachiges nichtkommerzielles Mailbox-Netz.

Geschichte

MAUS ist ein in Münster (Westfalen) entstandenes Mailboxprogramm, welches von DFÜ-interessierten Apple II-Benutzern konzipiert und entwickelt wurde. Die Idee entstand bei einem Treffen im Sommer 1983. Zu den Initiatoren gehörten Jörg Weichelt, Jörg Stattaus, Gereon Steffens, Kai Henningsen und andere. Die erste MAUS-Mailbox ging dann 1985 in Münster in Betrieb, das älteste Logfile stammt vom 30. April des Jahres, dieses Datum gilt allgemein als Geburtstag der MAUS. MAUS war zu dem Zeitpunkt die Abkürzung für Münsters Apple User Service. Die Software der MAUS war in Turbo Pascal geschrieben und wurde auf einem Apple-II-kompatiblen Basis 108-Rechner betrieben. Die Software wurde später auf IBM-kompatible PCs portiert, nachdem der ursprüngliche Maillbox-Rechner seinen Geist aufgegeben hatte. 1987 entstanden MAUS-Mailboxen in München und Aachen. Die Boxen tauschten zwar zu dem Zeitpunkt schon Daten aus, waren aber noch nicht im eigentlichen Sinne vernetzt (z. B. fehlte ein dediziertes Routing und dergleichen). Die eigentliche Netzwerkfunktionalität, und damit die Geburt des MausNet, kam erst 1988 mit der Implementierung des MausNet-Formats hinzu. Zu dem Zeitpunkt wurde es auch notwendig, die einzelnen MAUS-Mailboxen logisch voneinander zu unterscheiden. Die Boxen erhielten als Namen das Kfz-Kennzeichen des Landkreis (z. B. „MAUS OF“); war mehr als eine Box im Landkreis, wurden diese fortlaufend nummeriert („MAUS OF2“). Bei der Adressierung orientierte man sich an der im Internet üblichen Domain-Adressierung („User@Adresse“), wobei es einige spezifische Besonderheiten gab (s. u.). Sehr früh wurden auch schon Gateways in das FidoNet, Z-Netz und Usenet betrieben. 1991 gehörte das MausNet zu den Mitbegründern des Individual Network e. V., einem Verein, der Privatpersonen bezahlbaren Zugang ins Internet zur Verfügung stellen sollte. Auf dem Höhepunkt seiner Verbreitung zählte das MausNet ungefähr 120 Boxen in Deutschland, es gab zudem einige Mailboxen in Österreich und in der Schweiz. Wie alle Mailbox-Netze verlor aber auch das MausNet ab Mitte der 1990er zunehmend Benutzer an das Internet. Ende 2004 existierten noch ca. 40 MAUS-Mailboxen in Deutschland. Eine dieser MAUS-Mailboxen ist auch per Telnet im Internet erreichbar - du3.ohse.de.

Software

Auf Mailbox-Seite gibt es nur zwei Programme, die zum Betrieb einer Box im MausNet eingesetzt werden: Die (ursprüngliche) MAUS-Software für PC-kompatible Rechner sowie die QUARK, die ursprünglich auf Atari-ST-Rechnern in GFA-Basic geschrieben war. Die QUARK-Software wurde später in C neu geschrieben und läuft u. a. unter Linux. Auf Client-Seite, im MAUS-Jargon Maustausch-Programm oder Frontend genannt, gibt es zahlreiche Programme für jeden Geschmack und für zahlreiche Betriebssysteme, z. B. Cat und Okami (Atari ST), Minnie und CrossPoint (DOS), Mausefalle (Mac), Jerry (OS/2), Mickey und Einstein (Windows) sowie O4X ("Okami für X11", Unix/Linux). Bei der Entwicklung der MAUS-Software wurde besonderer Wert auf Benutzerfreundlichkeit gelegt. Dazu gehört auch die volle Unterstützung von Umlauten, die unter den verschiedensten gängigen Betriebssystemem korrekt dargestellt werden. Umlaute und Leerzeichen können sogar in Benutzernamen verwendet werden, z. B. „Harald Müller@HG“, wobei man diesen Benutzer aus Gründen der Kompatiblität auch als „Harald_Mueller@HG“ anschreiben kann. Ein weiteres Feature, das im MausNet schon früh implementiert war, ist die durchgängige Kommentar- bzw. Nachrichtenverkettung, d. h. in Nachrichten (sowohl private als auch öffentliche), die als Antwort verschickt werden, wird automatisch eine Referenz auf die beantwortete Nachricht eingefügt. Die MAUS-Software ist somit immer in der Lage, eine Nachricht in ihrem Zusammenhang mit anderen Nachrichten als Thread dazustellen. Selbst „moderne“ kommerzielle Online-Foren bieten heute nicht immer diese Funktionalität.

Besonderheiten des MausNet

Besondere Popularität erlangte das MausNet Anfang der 1990er in der Atari-Szene. Fast alle Atari-Benutzer, die in der deutschen Atari-Szene Rang und Namen hatten, waren in MausNet vertreten. Die Support-Mailbox von Atari Deutschland wurde auch mit der MAUS-Software betrieben (MAUS MTK in Schwalbach am Taunus). Im MausNet herrscht Realnamen-Pflicht. Pseudonyme, wie sie in Onlineforen meist anzufinden sind, sind dort absolut unerwünscht. Die Laufzeit einer privaten oder öffentlichen Nachricht im MausNet betrug stets nur wenige Stunden, spätestens am nächsten Tag war sie zugestellt. Für ein auf Wählleitungen basierendes privates Mailboxnetz ist dies ein respektabler Wert. Zum Vergleich: Mitte der 1990er waren Netmails (Private Nachrichten im Fido) nicht selten mehrere Tage unterwegs. Im MausNet gilt das PM-Manifest [http://www.fresenet.de/maus/pmmani.htm], das die Vertraulichkeit privater Mitteilungen (PMs) sicherstellen soll. Ein MAUS-Sysop hat keine Möglichkeit, mit der Mailbox-Software an die Mails im persönlichen Postfach eines MAUS-Users zu gelangen. Seit der Gründung des Individual Network e. V. sind alle MAUS-Mailboxen auch per Internet-E-Mail zu erreichen. Die Domain des MausNet ist „maus.de“, einen MAUS-User erreicht man durch das anfügen dieser Domain an seine MAUS-Adresse, also z. B. „florian_baumann@hg.maus.de“. Viele Mausgruppen werden auch ins Usenet exportiert, sie werden dort unter der Hierarchie maus.
-
geführt.

Weblinks


- http://www.maus.net - Offizielle Homepage des MausNet Kategorie:Mailbox

Suda

Die Suda (altgr. η Σουδα) ist das umfangreichste erhaltene byzantinische Lexikon; es entstand vermutlich um 970.

Übersicht

970 Die Suda enthält über 31.000 Lemmata und ist – im Gegensatz zu den meisten anderen Nachschlagewerken dieser Zeit – alphabetisch gegliedert und kann daher als sehr früher Vorläufer moderner Konversationslexika gedeutet werden. Die Suda enthält zahlreiche Artikel über Leben und Werk antiker Autoren sowie über antike Geographie und Geschichte. Der Inhalt ist wenig verlässlich, da anscheinend viel aus dem Gedächtnis zitiert worden ist und die benutzten Quellen bereits ihrerseits unzuverlässig waren. Da das Lexikon viele in den Dunklen Jahrhunderten untergegangene Werke zitiert, ist es für die Klassische Philologie eine unersetzliche Quelle und wurde bereits in byzantinischer Zeit und in der Renaissance viel benutzt. Dem humanistischen Philologen Justus Lipsius wird der Satz zugeschrieben: pecus est Suidas, sed pecus aurei velleris - Suidas ist ein Schaf, aber ein Schaf mit goldener Wolle.

Quellen

Das Werk wurde vermutlich von mehreren Autoren kompiliert aus älteren, überwiegend verloren gegangenen antiken Lexika von Eudemos, Helladios, Longinos, Eirenaios und Pamphilios sowie Scholien zu Werken klassischer Autoren wie Aristophanes, Homer, Sophokles, Thukydides, Lukianos. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass möglicherweise überwiegend jüngere Vorlagen verwendet wurden, so beispieslweise die Συναγωγη λεξεων χρησιμων und Harpokration. Die Hinweise auf antike Historiker gehen vermutlich ebenfalls nicht auf die Originaltexte zurück, sondern überwiegend auf Constantinus Porphyrogennetos.

Titel

Das Werk wird heute als Suda zitiert. Es wurde bis etwa 1930 einem Autor namens Suidas (auch Souidas oder Soudas) zugeschrieben, ein Autor dieses Namens ist aber sonst nicht bekannt; dieser Irrtum geht vermutlich bereits auf Eustathios von Thessalonike zurück. Wahrscheinlich handelt es sich daher bei dem (fälschlich als Suidas gelesenen) Wort Suda in den Handschriften um den Titel des Werks, nicht um den Namen eines Verfassers. Der Titel bedeutet wahrscheinlich "Schanzwerk" oder "Befestigungsanlage".

The Suda On Line (SOL)

Die Suda steht teilweise in digitaler Form zur Verfügung; seit Januar 1998 erarbeitet eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern die web-basierte Edition The Suda On Line (SOL) unter http://www.stoa.org/sol/ (vgl. [http://www.hist.net/archiv/kurse-und-projekte/webtg/suda/index.htm Präsentation]); die Übersetzung und Kommentierung steht unter der Creative-Commons-Lizenz Attribution-NonCommercial-ShareAlike ([http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/1.0/]).

Ausgaben


- 1928-38: Ada Adler: Suidae Lexikon, 5 Bde., Leipzig
- 1854: I. Bekker: Suda (Auszug), Berlin
- 1619: griechische Ausgabe, Genf
- 1581: Suidae Historica, Caeteraque omnia quae ulla ex parte ad cognitionem rerum spectant... Liberalitate Magnif. & Generosi viri D. Caroli Villingeri, Baronis a Schoenberga, Caesareae Maiestati a consilijs, opera ac studio Hier. VVolfii annis abhinc XVII in Latinum sermonem conversa, nunc vero & emendata & aucta..., Basel
- 1564: Übers. von Hieronymus Wolf, erschienen bei Johannes Oporin und Johannes Herwagen, Basel - die erste lateinische Ausgabe der Suda

Literatur


- Wilhelm von Christ: Geschichte der griechischen Literatur, Teil 2/2, 6. Aufl. 1924, S. 1091 ff.
- Friedrich Nietzsche: Ueber die litterarhistorischen Quellen des Suidas, 1866
- Hans L. Flach: Untersuchungen über Eudokia und Suidas, 1987 (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1879) ISBN 3764803118
- C. Theodoridis: Quellenkritische Bemerkungen zum Lexikon des Suidas. In: Herm. 116, 1988, 468
- Erich Trapp, Johannes Diethart, Georgios Fatouros, Astrid Steiner, Wolfram Hörandner: Studien zur byzantinischen Lexikographik; darin u.a.: A. Steiner: Byzantinisches im Wortschatz der Suda (Byzantina Vindobonensia, Bd. 18). Wien 1988
- Wolfram Hörandner, Erich Trapp: Lexicographica Byzantina. Beiträge zum Symposion zur byzantinischen Lexikographie (Wien, 1.-4. 3. 1989); darin u.a.: H. Hunger: Was nicht in der Suda steht, oder: Was konnte sich der gebildete Byzantiner des 10./11. Jahrhunderts von einem "Konversationslexikon" erwarten? (Byzantina Vindobonensia, Bd. 20). Wien 1991

Weblinks


- [http://www.stoa.org/sol/ Suda On Line] (im Entstehen begriffene englische Übersetzung)
- [http://www.wm.edu/CAS/classical_studies/wehutt/contents.html HELIOS: Hypertextual Experimental Layout of Information] for an On-line Suda (Lexicon) / Classical studies, College of William and Mary Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (10. Jh.) Kategorie:Literatur (Altgriechisch) Kategorie:Sachliteratur Kategorie:Byzantinische Geschichte

Alexandria

Alexandria oder Alexandrien (griechisch Αλεξάνδρεια, Alexándreia, nach Alexander dem Großen; arabisiert الإسكندرية, Al Iskandariyah) ist eine Hafenstadt am Delta des Nils an der Mittelmeerküste Ägyptens. Mit 3,81 Millionen Einwohnern (2005) ist sie heute nach Kairo die drittgrößte Stadt Nordafrikas.

Geschichte

Alexandria in der Antike

Die Stadt wurde im April 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet. Dieser sah sie als Hauptstadt seines Riesenreiches vor, bekam sie aber nie zu Gesicht. Nach seinem frühen Tod wurde er hier in einem Mausoleum begraben. In den folgenden Jahren erlangten die Ptolemäer die Herrschaft über Ägypten und behielten Alexandria als Hauptstadt bei. Unter ihnen wurde es rasch zu einer der berühmtesten Städte in der ganzen griechischen Welt. Von ihrer Bedeutung zeugten vor allem der "Pharos von Alexandria", ein von Sostratus von Knidos zu Beginn des 3. Jahrhundert v. Chr., etwa um 300 bis 279, erbauter Leuchtturm von Alexandria an der Hafeneinfahrt, der zu den sieben Weltwundern der Antike zählt, sowie die "Bibliothek von Alexandria", die damals mit ca. 700.000 Schriftrollen die größte der Welt war. In antiker Zeit war Alexandria nach Rom zeitweilig die zweitgrößte Stadt der Welt und gab der Alexandrinischen Periode ihren Namen. Im Jahre 30 v. Chr. wurde Alexandria von Octavian eingenommen und – wie ganz Ägypten – dem römischen Reich einverleibt. römischen Reich]] römischen Reich Das Schicksal der Großen Bibliothek ist umstritten; einige antike Quellen sprechen von einem Feuer bei Caesars Eroberung der Stadt 48-47 v. Chr.. Wie jedoch Edward Parsons in seiner Quellenanalyse nachweist [1], stützen nur 6 von 16 Quellen über das Alexandria der Zeit diese Hypothese, die erste dieser Quellen wurde ca. 100 Jahre nach dem angeblichen Vorfall geschrieben, und die Zahl der angeblich verlorenen Bücher schwankt von 40.000 (die erste Quelle) bis 700.000, also der kompletten Bibliothek (Aulus Gellius), die letzte Quelle (Paulus Orosius) spricht wieder von 40.000 Büchern. Das Museum von Alexandria, an das die Bibliothek angegliedert war, existierte mit Sicherheit weiterhin, da mehrere Leiter des Museums aus nachchristlicher Zeit bekannt sind, und Plutarch schreibt von einem Geschenk von 200.000 Schriftrollen aus der Bibliothek von Pergamon an Cäsar. Der letzte bekannte Leiter des Museums war Theon von Alexandria (ca. 335-405). Im Jahre 391 ließ auf Befehl des christlichen Kaisers Theodosius des Großen der Patriarch Theophilus von Alexandria alle heidnischen Tempel in Alexandria zerstören. Mit Sicherheit war darunter das Serapeum, das die Tochterbibliothek beinhaltete; ob auch das Museum (der "Tempel der Musen", und damit aller Wahrscheinlichkeit nach die Bibliothek) zu diesem Zeitpunkt zerstört wurde, ist unbekannt, es kann jedoch nicht wesentlich früher oder später geschehen sein. Im Jahre 415 wurde Theons Tochter, die Philosophin und Wissenschaftlerin Hypatia, von einem christlichen Mob ermordet und damit "das letzte Überbleibsel der Ketzerei aus der Stadt entfernt", wie der christliche Autor Johannes von Nikiu später schrieb [http://www.cosmopolis.com/alexandria/hypatia-bio-john.html]. Der zeitgenössische christliche Historiker Sokrates schrieb dagegen: "Mit Sicherheit kann nichts weiter entfernt sein vom Geist des Christentums, als das Zulassen von Massakern, Gewalttaten und Misshandlungen dieser Art." Alexandria blieb während der gesamten Spätantike ein wichtiges urbanes und kulturelles Zentrum, vor allem auch in Hinblick auf theologische Fragen. Ägypten wurde 619 von den Sassaniden erobert, doch nach 628 erhielten die Oströmer das Land zurück. 642 ging die Stadt dem Reich dann aber endgültig verloren - sie fiel in die Hände der Araber (siehe Islamische Expansion).

Mittelalter und Neuzeit

Die Stadt blieb durch das ganze Mittelalter bis in die Neuzeit ein wichtiger Hafen, verlor aber zunehmend an politischer Bedeutung. Dies wurde insbesondere durch den Aufstieg anderer Städte wie Konstantinopel im Byzantinischem Reich und Kairo unter den Arabern bedingt. Der Wiederaufstieg vom eher unbedeutenden Fischerstädtchen zur Metropole setzte im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung ein. Die Lage nahe der Sues-Verbindung nach Indien weckte das Interesse der europäischen Kolonialmächte; so landete Napoleon 1798 mit einer Expedition bei Alexandria, schlug die Mamelucken, verlor aber beim nahen Abukir eine Schlacht gegen die Briten. Der französische Einfluss wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch eine quasikoloniale Herrschaft der Briten über Ägypten abgelöst, die sich auch in den Besitz des Sueskanals brachten. Heute wird über den Hafen Alexandrias drei Viertel des ägyptischen Exports abgewickelt. Die Stadt ist mit ihrer Textilindustrie, dem Fahrzeugbau, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie und einer Erdölraffinerie zweitgrößter Industriestandort Ägyptens; außerdem verfügt Alexandria über einen internationalen Flughafen, sowie Anbindung an das ägyptische Straßen- und Eisenbahnnetz. Das Stadtbild zeigt sich heute zweigeteilt: Die Altstadt zwischen den beiden Hafenbecken ist geprägt von engen Gassen und Basaren, während die Neustadt auf dem Festland eher westlich und modern wirkt. Im April 2002 wurde ein neues Bibliotheksgebäude eröffnet, die Bibliotheca Alexandrina. Sie wurde mit Hilfe der Vereinten Nationen gebaut.

Söhne und Töchter der Stadt


- Abbas II., war der letzte Khedive (türkischer Vizekönig) von Ägypten
- Aelius Herodianus, griechischer Grammatiker
- Apollonius Dyskolus, griechischer Grammatiker
- Appianus, römischer Historiker
- Youssef Chahine, ägyptischer Filmregisseur
- Michael Dames, britischer Geograf, Archäologe und Landschaftsmythologe
- Didymus der Blinde, antiker christlicher Schriftsteller
- Dionysios Thrax, griechischer Grammatiker
- Hassan Fathy, ägyptischer Architekt
- Fausia (Prinzessin), ehemalige persische Kaiserin
- Dodi Fayed, Millionärssohn
- Athanasius der Große, Bischof von Alexandria in Ägypten
- Rudolf Heß, nationalsozialistischer Politiker
- Eric Hobsbawm, britischer Historiker
- Kleopatra VII., letzte ptolemäische Königin Ägyptens
- Konstantinos Kavafis, griechischer Schriftsteller
- Kyrill von Alexandria, Patriarch von Alexandria von 412 - 444, Heiliger, Kirchenvater und Kirchenlehrer
- Filippo Tommaso Marinetti, italienischer Dichter
- Georges Moustaki, französischer Sänger und Lyriker
- Gamal Abdel Nasser, ägyptischer Politiker
- Origenes, Kirchenvater, christlicher Gelehrter und Theologe
- Demis Roussos, griechischer Sänger
- Haim Saban, einer der größten Medienunternehmer der Welt und Milliardär
- Grégoire Solotareff, französischer Autor und Illustrator von Kinderbüchern
- Giuseppe Ungaretti, italienischer Schriftsteller

Literatur


- Manfred Clauss: Alexandria. Schicksale einer antiken Weltstadt, Stuttgart 2003.
- Hatto H. Schmitt: Alexandreia, in: Kleines Lexikon des Hellenismus, hrsg. von Hatto H. Schmitt und Ernst Vogt, 2. Aufl., Wiesbaden 1993, S. 55 f.

Weblinks


- [http://www.bibliothek-alexandria.de/ Bibliothek Alexandria]
- [http://www.bibalex.org/ Bibliotheca Alexandrina (englisch)]
- [http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/alexandria/ Metropolen der Antike: Alexandria] (Materialien beim CollegeRadio)
- [http://wikitravel.org/de/Alexandria_%28%C3%84gypten%29 Reiseinfos zu Alexandria] auf Wikitravel Kategorie:Ort mit Seehafen Kategorie:Archäologische Grabung Kategorie:Ort in der Bibel ja:アレクサンドリア

Martial

Marcus Valerius Martialis, kurz Martial, war ein römischer Dichter. Über ihn ist wenig bekannt, das meiste noch aus seinen Gedichten. Er wurde etwa 40 n. Chr. in Bilbilis auf dem Cerro de Bambola (in der Nähe des heutigen Calatayud, Provinz Saragossa, Spanien), geboren, siedelte 64 n. Chr. im Alter von ungefähr 24 Jahren nach Rom über und kehrte 98 n. Chr. nach Bilbilis zurück, wo er etwa 102/103 n. Chr. starb. Martial schrieb insgesamt 15 Bücher mit insgesamt 1557 Epigrammen. Diese meist kurzen Gedichte sind hervorgegangen aus Versinschriften, die in prägnanter Form und Weise wesentliche Auskunft gaben. Martial kann als Begründer der literarischen Gattung "Epigramm" auf römischem Boden gelten. Er äußerte sich über seine Zeitgenossen manchmal lobend, meistens spöttisch, gelegentlich obszön, aber immer auf witzige Pointen bedacht. Martial charakterisiert und verspottet mit wenigen Worten und pointierten Wortspielen auffallende römische Typen, so zum Beispiel unfähige Ärzte, unbegabte Dichter, betrogene Ehemänner und eitle Schönlinge. Mit den Mächtigen seiner Zeit ging er vorsichtig um, oftmals sah er sich zu Lob und Schmeichelei veranlasst. Martials Epigramme bieten einen Einblick in die römische Alltagswelt und Gesellschaft des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Er war mit Seneca und Plinius dem Jüngeren bekannt.

Weblinks


- http://www.thelatinlibrary.com/martial.html Martialepigramme (lateinisch)
- http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost01/Martialis/mar_intr.html Martialis epigrammata (lateinisch)
- http://www.kaluwi.de Martialübersetzungen Kategorie:Autor Kategorie:Antike (Literatur) Kategorie:Literatur (Latein) Kategorie:Lyrik

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Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


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Geboren


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Gestorben


- 8-0085 ko:85년

Statius

Publius Papinius Statius, (
- um 40 in Neapel, † um 96 daselbst) war ein lateinischer Dichter; er ist heute nicht nur wegen seiner Werke bekannt, sondern auch als Gestalt in Dante Alighieris Die Göttliche Komödie. Er war durch Geburt und Ausbildung in hohem Maße zum Dichter bestimmt. Seine Familie, die Statii waren von griechisch-kampanischer Herkunft, verarmt, aber von hohem Rang. Der Vater des Dichter lehrte mit Erfolg in Neapel und Rom, bewies sich selbst von Jugend bis zum Alter als Meister in poetischen Wettbewerben, die ein wichtiger Bestandteil der Unterhaltung in der frühen römischen Kaiserzeit waren. Der jüngere Statius erklärt, dass sein Vater zu seiner Zeit jeder poetischen Herausforderung, ob in Prosa oder Lyrik, gewachsen gewesen sei. Er erwähnt Mevania und könnte dort einige Zeit gelebt haben - oder auch nur von der Konfrontation des Kaisers Vitellius und seines Herausforderers Vespasian im Jahr 69, die bei diesem Ort stattfand, beeindruckt gewesen sein. Vermutlich erbte er ein bescheidenes Amt, so dass er nicht in der Verlegenheit war, sein Brot von reichen Herren erbitten zu müssen; mit Sicherheit hingegen schrieb er Gedichte auf Bestellung (wie Silvae, i.1, 2, ii.7, and iii.4), aber es gibt - ungeachtet aller Anspielungen in Juvenals siebter Satire - keinen Hinweis darauf, dass das Einkommen, das er daraus bezog, für ihn wesentlich war. Die Ereignisse seines Lebens sind kaum bekannt. Schon in seiner Jugendzeit gewann er häufig poetische Wettbewerbe in seiner Geburtsstadt, dreimal in Alba, wo er die goldene Krone aus der Hand des Kaisers Domitian verliehen bekam. Beim großen Wettbewerb auf dem Kapitol (vermutlich bei dessen dritter Ausrichtung im Jahr 94) verfehlte Statius jedoch den Gewinn des begehrten Lorbeerkranzes - ohne Zweifel hatte der außergewöhnliche Erfolg seines Thebais ihn zur der Ansicht verleitet, der beste Dichter der Zeit zu sein, und als er seinem Ruf angesichts der Rivalen aus dem gesamten Reich nicht gerecht werden konnte, akzeptierte er das Urteil der Juroren als Zeichen, dass seine Zeit vorbei sei, und zog sich in seine Heimatstadt Neapel zurück – das Gedicht, das er zu diesem Anlass an seine Frau richtete, blieb erhalten (Silvae iii.5). In diesem Gedicht gibt es Hinweise darauf, dass Statius unter dem Verlust der Gunst des Kaisers litt: er scheint der Ansicht gewesen sein, dass ein Wort des Kaisers ihm den begehrten Lorbeer gebracht hätte, und dass dieses Wort auch hätte ausgesprochen werden sollen. Im Vorwort zum vierten Buch der Silvae werden Verleumder erwähnt, die seinen Stil hassten, und denen es gelungen sein könnte, bei Hofe eine neue Mode in der Dichtkunst einzuführen. Solch eine Sonnenfinsternis, wenn sie denn stattgefunden hat, muss Statius bis ins Herz getroffen haben, denn er scheint die Rolle des Hofdichters gründlich genossen zu haben. Die gelegentliche Aussage, der ältere Statius sei der Lehrer des Kaisers gewesen und habe von ihm viele Gunstbeweise erhalten, so dass der Sohn eine Dankesschuld erbte, scheint hingegen kein solides Fundament zu haben, denn Statius lobt den Kaiser, nicht um eine Schuld abzutragen, sondern um eine Verpflichtung zu schaffen. Seine Schmeichelei ist genauso weit entfernt von dem sanften und versöhnenden Ton Quintilians wie von dem groben und kriecherischen Martials. In einem seiner einleitenden Schreiben erklärt Statius, dass er niemals die Veröffentlichung eines seiner Werke erlaubt habe, ohne vorher den göttlichen Kaiser anzurufen. Statius übernahm vollständig Domitians groben Geschmack, präsentierte sich ihm mit der von ihm geliebten Prahlerei, ließ Gewissen und Aufrichtigkeit außer Acht, alleine damit nicht einige unbehagliche Worte die Laune seines Herrn trübten. Ein Gedicht, mit dem der Dichter eine Einladung an den kaiserlichen Tisch bezahlte, macht dies deutlich. Statius empfand deutlich die Schwärmerei, die er ausdrückte, er lechzte mit seiner Kraft, als er die Geschichte von Didos Bankett erzählte, und seiner Stimme, die vom Fest des Alkinoos sang, nach Äußerungen, die das erhabene Thema erzeugen möge. Der Dichter schien, sagt er, mit dem großen Jupiter zu dinieren und Nektar von Ganymed zu erhalten – letzteres ist ein abstoßender Bezug auf den kaiserlichen Favoriten Eurinus. Sein bisheriges Leben sei nutzlos und ohne Ertrag gewesen, und jetzt erst habe er in Wahrheit zu leben begonnen. Der Palast traf des Dichters Sinne wie der Schall des Himmels; nein, Jupiter selbst wundere sich über dessen Schönheit, sei aber froh, dass der Kaiser eine derartige irdische Wohnung besitze, und wolle somit weniger seinen Wünsche nachgeben, einen angemessenen Aufenthalt unter den Unsterblichen in den Lüften zu suchen. Sogar wenn ein Palast in seiner Größe so herrlich sei, so sei er doch zu klein für seine unermessliche Gegenwart. "Aber es ist er selbst, er selbst, den mein eifriges Auge nur Zeit zu schauen hat. Er ist wie ein ruhender Mars oder Bacchus oder Alkides". Auch Martial schwor, dass, wenn Jupiter und Domitian ihn am gleichen Tag zu Tisch bäten, er es vorziehen würde, mit dem größeren Herrscher auf Erden zu speisen. Martial und Statius waren ohne Zweifel die höchsten unter den kaiserlichen Schmeichlern. Jeder war des anderen einziger ernsthafter Rivale. Es ist folglich nicht überraschend, dass keiner den Namen des anderen aussprach. Sogar wenn man Statius Verhalten gegenüber Domitian irgendwie vergeben könnte, wäre es unmöglich, ein Gedicht wie "Das Haar des Flavius Eurinus", Domitians Ganymed (Silvae i.4) zu entschuldigen, ein Gedicht, bei dem es schwierig würde, ein abstoßenderes Beispiel zu finden, mit dem jemand mit wirklichem poetischen Talent sich für persönliche Ziele beschädigt. Alles deutet darauf hin, dass Statius seinen Kaiser nicht überlebte und nur kurze Zeit nach seiner Übersiedlung nach Neapel starb. Getrennt vom Kaiser und seinen Günstlingen scheinen die Freundschaften von Statius mit Männern von hohem Rang auf gleicher Ebene gepflegt worden zu sein. Er war ersichtlich der Gesellschaftsdichter ebenso wie der Hofdichter dieser Zeit. Als Dichter strahlt Statius fraglos in mancher Beziehung verglichen mit den meisten anderen Dichter der nachaugusteischen Zeit. Er wurde mit außergewöhnlichem Talent geboren, und seine dichterische Ausdrucksweise ist, mit alle ihren Fehlern, im Ganzen reicher und weniger gezwungen, tragender und treffender, als man ansonsten im Silbernen Zeitalter der lateinischen Dichtkunst findet. Statius ist am besten in seinen Gelegenheitsversen, den Silvae, die einen eigenen Charakter und an ihren besten Stellen ihren eigenen Reiz. Der Titel passt zu den handwerklichen Gedichten zu alltäglichen Themen. Statius hielt viel von seiner Improvisationsgabe, und er scheint zu der Meisterleistung imstande gewesen zu sein, zweihundert Verse in einer Stunde und auf einem Bein stehend zu diktieren, so wie Horaz es beschreibt. Der Improvisator war unter den späten Griechen in hohen Ansehen, wie Ciceros Rede für den Dichter Archias andeutet; und die Dichterwettbewerbe, die in der frühen Kaiserzeit üblich waren, trugen viel zum Können auf diesem Gebiet bei. Die vergleichsweise Frische und Freiheit dieser Gedichte, zusammen mit ihrem losen Gefüge und ihre Ungleichmäßigkeit, sind dieser Geschwindigkeit zu verdanken. Es gibt 32 Gedichte in fünf Büchern, jedes mit einem widmenden Begleittext. Von den fast 4000 Zeilen, die die Bücher enthalten, sind mehr als fünf Sechstel Hexameter. Vier der Stücke (mit etwa 450 Zeilen) sind in einer elfsilbigen Metrik geschrieben, der "kleinen Metrik Catulls", und es gibt je eine alkaische und eine sapphische Ode. Die Themen in den Silvae sind sehr unterschiedlich. Fünf Gedichte dienen der Lobhudelei des Kaisers und seiner Favoriten. Sechs sind Totenklagen oder Zuspruch für die Überlebenden: Statius scheint einen besonderen Stolz bei dieser Art von Gedichten gehabt zu haben, und sicher klingt, ungeachtet der exzessiven und konventionellen Anwendung hübscher mythologischer Bilder, auch Pathos an. Oft gibt es Merkmale von Familiarität in diesen Versen, und Statius, der Kinderlose, hat hier und da den Reiz der Kindheit in seinen Versen berührt, zu denen es Parallelen unter den antiken Dichtern nur – befremdlich zu sagen – bei Martial gibt. Eine der epicedia, die auf Priscilla, der Frau von Abascantus, Domitians Freigelassenem, ist voller Interesse an der Tätigkeit eines hohen Staatsbeamten. Eine weitere Gruppe in den Silvae gibt malerische Beschreibungen der Villen und Gärten der Freunde des Dichters. Bei diesen hat man eine lebendigere Darstellung als sonst üblich von den Umständen, unter welchen die Größen des frühen Imperiums lebten, wenn sie ihren Wohnsitz auf dem Land nahmen. Vom Rest der Silvae sind die Gratulationsadressen an Freunde anmutig, aber Gemeinplätze, und die scherzhaften Stücke drängen auch nicht nach einen besonderen Erwähnung. In den Kalendae decembres hat man eine eindrucksvolle Beschreibung der Geschenke und Unterhaltungen, die der Kaiser dem römischen Volk anlässlich der Saturnalien bot. Bei seinem Versuch eines epithalamium (Silvae i.2) ist Statius gezwungen und unglücklich. Aber seine Geburtstagsode zu Lucans Ehren hat, zusammen mit den gewöhnlichen Übertreibungen, viele kräftige Verse, und zeigt hohe Wertschätzung für vorangegangene lateinische Dichter. Einige Ausdrücke, wie "die ungelehrte Muse des hochbeseelten Ennius" und "die erhabene Leidenschaft des weisen Lucretius" sind allen Gelehrten vertraut. Die Ode endet mit der großen Szene, in der Lucans Seele nach seinem Tod auf den Flügeln des Ruhms zu Regionen emporsteigt, in die nur kräftige Seelen gelangen können, verächtlich die Erde betrachtend und über sein Grab lächelnd, ruhend im Elysium und ein erhabenes Stück auf die Pompeii und Catos und all die "Pharsalischen Heerscharen," (siehe Schlacht von Pharsalus) singend, oder mit stolzem Schritt Tartarus erforschend und den Klagen der Schuldigen lauschend, bestaunend Nero, bleich in Agonie, wie seiner Mutter Rachefackel vor seinen Augen funkelt. Es ist einzigartig zu beobachten, wie gründlich Nero aus der kaiserlichen Erbfolge gestoßen wurde, wie anerkannt dies bei Hofe war, so das der "kahle Nero" keinen Anstoß nahm, wie weltlich seine Hauptschmeichler mit dem Namen seines Vorgängers umgingen. Statius’ epische Gedichte sind weniger interessant, da auf gewöhnlicherem Boden gezogen, verdienen aber trotzdem in mancher Hinsicht Beachtung. Sie sind das Produkt langer Ausarbeitung. Das Thebais, das laut Statius zwölf Jahre bis zur Vollendung benötigte, besteht aus zwölf Büchern, und hat als Thema die alte "Geschichte von Theben", der tödliche Unfrieden der thebanischen Brüder (Sieben gegen Theben). Darüber hinaus ist ein eine unvollendete Achilleis (Jugendgeschichte des Achilles) erhalten, aus einem Buch bestehend und einem Teil eines zweiten. In der ermüdenden Länge dieser Epen sind manche Blüten des Pathos und viele vollendete Miniaturen, aber die Fesseln der Tradition, der modische Geschmack und die einengenden erzieherischen Einschübe behindern andauernd den Höhenflug des Dichters. Nicht nur, dass das Material für diese Epen ihm durch überkommenen Brauch vorgeschrieben war, sondern auch zu einem großen Teil die Methode, mit der er es zu behandeln hatte. Alles was er tun konnte, war, die alten Noten in einer eigenen Art anzuschlagen. Die Götter müssen ihrem gewohnten epischen Unfrieden nachgehen, und die Menschen, ihre Puppen, zu ihrem Takt tanzen; ihre häufigsten Themen sind himmlische Boten, Omen, Wunder, Zweikämpfe, Gleichnisse, homerisches und vergilisches Echo, und all das andere Zubehör des konventionellen Epos. Aber Statius behandelt seine Subjekte mit einer Dreistigkeit und Freiheit, die sich angenehm vom ängstlichen Traditionalismus eines Silius Italicus und der steifen Scholastik eines Lucius Valerius Flaccus unterscheidet. Statius’ Vokabular ist auffallend reich, er zeigt Mut, oft erfolgreich, im Gebrauch von Wörtern und Metaphern. Gleichzeitig trieb er einige literarische Tricks bis zu einem ärgerlichen Geschwätz, vor allem beim exzessiven Gebrauch der Alliteration, und beim Missbrauch mythologischer Anspielungen. Die bekanntesten Personen und Orte werden durch Beiworte oder Umschreibungen aus einigen sehr abgelegenen Verbindungen mit der Mythologie abgeleitet, so dass viele Passagen so dunkel klingen wie bei Heraklit.

Ausgabe


- J. H. Mozley (Hg.): Statius (1928, 2 Bände, Nachdruck 1969-1982, lateinisch und englisch)

Weblinks


- Statius, Publius Papinius Statius, Publius Papinius Statius, Publius Papinius Statius, Publius Papinius Statius, Publius Papinius

Relief

Relief (von lat.: relevare = in die Höhe heben) bedeutet #in der Kunst eine plastische Darstellung aus einem Hintergrund heraus, siehe Relief (Kunst) #in der Geologie die Höhengestaltung der Erdoberfläche, siehe Relief (Geologie) #in der Kartographie eine dreidimensionale Darstellung eines Teils der Erdoberfläche, siehe Relief (Kartographie)

3. Jahrhundert v. Chr.


Zu diesem Jahrhundert v. Chr. existieren auch Wikipedia-Artikel zu den Jahrzehnten:
---- Das 3. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 300 v. Chr. und endete am 31. Dezember 201 v. Chr..

Zeitalter/Epoche

Ereignisse/Entwicklungen


- Die möglicherweise aus der Mandschurei stammenden, mongoliden Hsiung-nu lassen sich in der heutigen Mongolei als Reiter- und Viehzuchtnomaden nieder.
- Bordeaux wird als römische Siedlung unter dem Namen Burdigala gegründet.
- 279 v. Chr. - Kelten dringen in Griechenland ein und plündern das Heiligtum von Delphi.
- 279 v. Chr. - König Pyrrhus von Epirus (318 v. Chr.-272 v. Chr.) siegt in der Schlacht bei Asculum (der sog. Pyrrhussieg).
- 273 v. Chr. - Erster Gesandtschaftsaustausch zwischen Alexandria und Rom.
- 267 v. Chr.-261 v. Chr. - Chremonideischer Krieg; Niedergang der ptolemäischen Seeherrschaft in der Ägäis.
- 264 v. Chr.-241 v. Chr. - Erster Punischer Krieg zwischen Römern und Karthago.
- 253 v. Chr. - In Pataliputra (heute Patna) findet, unter der Schirmherrschaft des Königs Ashoka und dem Vorsitz des Mönchs Moggaliputta Tissa, das 3. Konzil der buddhistischen Mönchsgemeinschaft statt.
- um 250 v. Chr. - Eratosthenes bestimmt den Erdumfang.
- 227 v. Chr. - Der Koloss von Rhodos wird bei einem Erdbeben zerstört. (nach anderen Angaben 226 bzw. 224 v. Chr.)
- 225 v. Chr. - 222 v. Chr. Rom kämpft gegen Kelten, Landgewinnung am Po
- 221 v. Chr. eint Qin Shi Huangdi rivalisierende Dynastien zum Kaiserreich China und wird damit erster Kaiser Chinas.
- 221 v. Chr. - 207 v. Chr. - In der Qin-Dynastie werden in China Maße und Gewichte vereinheitlicht.
- 218 v. Chr.-201 v. Chr. - Zweiter Punischer Krieg zwischen Römern und Karthago beginnt mit Hannibals Zug über die Alpen nach Italien.
- 217 v. Chr. - Ptolemaios IV. besiegt mit Hilfe einheimischer Ägypter die Truppen des Seleukiden Antiochos III..
- 202 v. Chr. Niederlage Karthagos gegen Rom in der Schlacht von Zama

Persönlichkeiten

Geboren


- 287 v. Chr. - Archimedes von Syrakus, bedeutender griechischer Mathematiker, Physiker und Ingenieur († 212 v. Chr.).
- 284 v. Chr. - Eratosthenes von Kyrene, griechischer Universalgelehrter und Direktor der Bibliothek von Alexandria († 202 v. Chr.).
- 265 oder 262 v. Chr. - Apollonios von Perge, griechischer Mathematiker (†200/190 v. Chr.).
- 259 v. Chr. - Qin Shi Huangdi, Begründer des chinesischen Kaiserreichs und Errichter der chinesischen Mauer (†210 v. Chr.).
- 257 v. Chr. - Aristophanes von Byzanz, griechischer Philologe und Direktor der Bibliothek von Alexandria († 180 v. Chr.).
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