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Homer (Dichter)

Homer (Dichter)

Homer (griech. Όμηρος Homeros, „Geisel“) ist der älteste namentlich bekannte griechische Dichter. griechische Er lebte vermutlich im 8. Jahrhundert v. Chr. (oder auch später) in Kleinasien und soll der Legende nach blind gewesen sein. Schon in der Antike wurde über Homers Person diskutiert: Smyrna, Athen, Ithaka, Pylos, Kolophon, Argos und Chios stritten darum, sein Geburtsort zu sein. Eine der Legenden sagt, er sei am Fluss Meles als uneheliches Kind geboren worden und sein ursprünglicher Name habe Melesigenes gelautet. Gestorben ist er vermutlich auf der Insel Íos. Anders als über seinen Vater sind sich mehrere Quellen einig, dass seine Mutter Kreitheïs hieß. In der Antike wurde er oft als blinder Greis dargestellt. Trotz dieser bereits in der Antike regen Spekulationen über seine Herkunft, sein Aussehen und seine Lebensdaten, ist bis heute nicht ganz geklärt, ob eine historische Person „Homer“ überhaupt existiert hat.

Werke

Íos Berühmt geworden ist er als Dichter zweier der frühesten Epen der Weltliteratur, der Ilias und der Odyssee. Odyssee Diese literaturwissenschaftliche Frage nach der Urheberschaft Homers wird die Homerische Frage genannt. Im Hintergrund geht es dabei um das Problem, ob Homer (sollte er denn gelebt haben) tatsächlich Verfasser der beiden Epen ist – das ist allerdings vom Philologischen her unwahrscheinlich, da zwischen Ilias und Odyssee ca. 50 Jahre liegen – oder ob unter dem Namen „Homer“ verschiedene Dichter zusammengefasst wurden, die ältere, mündlich überlieferte Sagen verschriftlicht haben. Ein weiterer Aspekt der „Homerischen Frage“ ist die Datierung der beiden Epen: Während die einen von einer Entstehungszeit von ca. 850–800 v.Chr. ausgehen, nehmen andere einen wesentlich späteren Zeitpunkt dafür an, etwa 750–700 v.Chr. Gesichert scheint aber die Herkunft der Epen aus dem griechischen Kleinasien. Sie wurde durch die sprachliche Analyse der Werke, die beide im ionischen Dialekt des Griechischen geschrieben sind, bestätigt. Ilias und Odyssee sind die ersten großen Schriftzeugnisse der griechischen Geschichte: Mit ihnen beginnt nach klassischer Ansicht die europäische Kultur- und Geistesgeschichte. Die großenteils legendären antiken Homerviten berichten außerdem von weiteren Homer zugeschriebenen Werken. Dabei handelte es sich wohl durchweg um Pseudepigraphen, von denen außer Fragmenten nur der Froschmäusekrieg komplett erhalten ist.

Fortwirkung

Homers Fortwirkung kann gar nicht überschätzt werden. Bereits im antiken Griechenland dienten seine Epen den politisch stark zersplitterten griechischen Stämmen und Poleis zur Gewinnung eines gemeingriechischen Selbstverständnisses (siehe Nationaldichter). Auch für den „Volks“- und „Natur“-Begriff der deutschen literarischen Klassik und Romantik spielt Homers Dichtung die größte Rolle, weil man in ihm einen Beweis dafür sah, dass das Volk eine eigene authentische Stimme habe (vgl. Volkslied), ja, dass aus ihm die Natur selber spreche. Dieser Überzeugung in der antifürstlichen und antiklerikalen Intelligenz seit dem Sturm und Drang ist es zu verdanken, dass durch Wilhelm von Humboldt (neben dem Lateinischen) die griechische Sprache ein Kernstoff der Bildung des Humanistischen Gymnasiums wurde. Homerische Stoffe und Themen sind dementsprechend sowohl in der klassischen griechischen, als auch in den europäischen Literaturen und Bildenden Künsten allgegenwärtig. In der gehobenen Umgangssprache finden sich dadurch heute noch aus seinem Werk viele Redewendungen und „geflügelte Worte“ (auch dieser Begriff selbst stammt von ihm). Der Princeton-Psychologe Julian Jaynes (1920–1997) hat in seinem seinerzeit aufsehenerregendem Buch The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind die Andersartigkeit der in der Ilias geschilderten Menschen, die in Entscheidungssituationen von Göttern bzw. göttlichen Stimmen gesagt bekommen, was zu tun ist, im Vergleich zur Figur des Odysseus in seiner dem gegenüber auffälligen „Eigenständigkeit und Selbstbewusstheit“ zum Ausgangspunkt einer weit ausholenden psychohistorischen Studie über den „Ursprung des Bewusstseins“ gemacht. Die Erlebnisweise der Helden von Troja interpretiert er dort im Zusammenhang mit zahllosen anderen literaturhistorischen und archäologischen Hinweisen auf ein gleichartiges Erleben in den Jahrtausenden zuvor als Ausdruck einer vorbewussten oder präreflexiven – aufgrund einiger neurophysiologischer Spekulationen von ihm „bikameral“ genannten – Bewusstseinsstrukur, die dem heutigen Bewusstsein mit seiner ausgeprägen Reflexionsfähigkeit unmittelbar vorausgegangen sei und noch vor 3000–4000 Jahren weithin vorgeherrscht haben soll. Beginnend 800 v. Chr. werden in den Schriften Homers u.a. erstmals auch von Kriegsverletzungen mit genauen Angaben zur Blutstillung und Wundtherapie und auch die Pflege Verwundeter beschrieben. Sie sind die ältesten literarischen Zeugnisse der frühen griechischen Heilverfahren.

Literatur


- Robert Fowler (Hrsg.): The Cambridge Companion to Homer. Cambridge 2004.

Weblinks


-
- [http://www.dolacek.de/homer.htm Frank Dolacek: Homer] – Biografie
- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/homer.htm Projekt Gutenberg-DE: Homer] – Ilias und Odyssee in dt. Übersetzung
- [http://12koerbe.de/mosaiken/mos-14.htm Odysseus lauscht den Sirenen (griech.dt.)]
- [http://12koerbe.de/mosaiken/mos-06.htm Homerischer Dionysoshymnus (griech.dt.)]
- [http://dmoz.org/Arts/Classical_Studies/Greek/Homer/ Open Directory: Homer] – Linksammlung (englisch) Homer Homer Homer Homer Homer Homer ja:ホメロス ko:호메로스 ms:Homer simple:Homer th:โฮเมอร์

Griechenland

Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet), Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers. Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.

Geographie

parlament Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841 Inseln, von denen 167 bewohnt sind. Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 432 km²) Siehe auch: Liste griechischer Inseln Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln. Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.

Bevölkerung

Neben den Neugriechen bzw. der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:
- Albanisch
- Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen, ca. 300.000 passive Sprecher)
- Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen Pomaken
- Slawomazedonisch, gesprochen von slawischsprachigen Bewohnern Nordwestgriechenlands
- Türkisch 150.000 in Thrakien Türken und Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Vereinbarungen), Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von Nea Dimokratia und PASOK im Parlament vertreten.

Religion

Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um Thessaloniki dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in İstanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden. Daneben gibt es unter den Bürgern mindestens 150.000 Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus,
- [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scgr1.html] dann etwa 50.000 Zeugen Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden. Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht. Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland

Religionsgeschichte

Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie

Politik

Innenpolitik

Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004. Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der Europäische Union beitrat. Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten. Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, daneben spielt auch die kommunistische KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus: Nea Dimokratia - 165 PASOK - 117 KKE - 12 SYN - 6 Siehe auch: Politische_Parteien_in_Griechenland Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der Haushaltspolitik und der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung. Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a. aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung.

Außenpolitik

Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema. Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras. Auch wenn Griechenlands Position zum Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet. Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung 3 neuer Grenzübergänge vereinbart. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Die Beziehungen zu Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO, auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.

Gesundheitswesen

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen. Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.

Kultur und Gesellschaft

Griechische Philosophie

Artikel: Philosophie der Antike

Griechische Kunst

Hauptartikel: Kunstgeschichte Griechenlands

Griechische Küche

Hauptartikel: Griechische Küche

Griechische Literatur

Hauptartikel: Griechische Literatur

Griechische Musik

Hauptartikel: Griechische Musik

Griechischer Wein

Hauptartikel: Weinbau in Griechenland

Sport


- Fußball ( Fußball in Griechenland )
- Basketball ( Griechischer Basketball )
- Volleyball
- Wasserball
- Gewichtheben
- Handball
- Marathonlauf (dieser geht der Legende nach auf den Läufer Pheidippides zurück, der die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser nach Athen brachte)

Adel

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden "griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt."

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Liste der Herrscher von Griechenland. Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der griechischen Philosophie (siehe: Platon, Aristoteles). Nachdem Rom Griechenland im Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung 395 Bestandteil des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches bis zu dessen Untergang. Zu Details siehe: Antikes Griechenland und Byzantinisches Reich Byzantinisches Reich Seit 1453 Teil des Osmanischen Reichs kam es ab 1821 zum großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt. Im Jahr 1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Thessalien wurde 1881, Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck "Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der Kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940 wird heute als Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag", begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert. Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland quasi direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als Stellvertreterkrieg der beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen Kommunisten, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien (siehe Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:[http://www.macedonian-heritage.gr/Images/Maps/Borders_Symbols_Stability/map4.gif 1]), die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf vornehmlich royalistische Gegenwehr, welche v.a. von Großbritannien und den USA großzügig unterstützt wurde. Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht. Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen "Bruderstaaten" war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta 1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von "90% West zu 10% Ost" für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als "sowjetischer Verrat" empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt es in Griechenland zwei Kommunistische Parteien (griechisch "KKE" für Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας, lat.: Kommunistiko Komma Elladas, dt.: Kommunistische Partei Griechenlands): die damals Desillusionierten bildeten die "Inlands-KKE", die weiterhin linientreuen Stalinisten die "Auslands-KKE". Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so strategisch im Westen zu verankern. 1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht, während dessen zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben wurden, darunter der Komponist Mikis Theodorakis (sog. Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen. Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien ab 1989 versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und NATO. Dies zeigte sich in der Namensfrage mit Mazedonien oder im Bosnien- und Kosovokonflikt. Dies lag vor allem an den wirtschaftlichen Interessen Griechenlands in dieser Region (Transitwege), aber auch ideologische Parallelen spielten hierbei eine gewichtige Rolle. In jüngster Zeit wurden unter der Regierung Simitis Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.

Literatur


- Bötig, Klaus: Griechenland: Festland und Peloponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
- Müller, Michael (Hrsg.): Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN 3-9232-7860-8
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0

Siehe auch


- Portal: Griechenland

Weblinks


- 20px Wiki-Portal Griechenland
- [http://www.griechische-botschaft.de/ Griechische Botschaft in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=52 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.mythos-griechenland.de Der Mythos Griechenland über die Jahrhunderte]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Griechenland/ Open Directory Project: Griechenland]
- [http://home.nikocity.de/schmengler/texte/griech.htm Agrarsektor und Agrarstrukturen in Griechenland]
- [http://de.greece-museums.com/ Griechische Museen]
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechenland.html Bibliographie Griechenland]
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Kleinasien

Kleinasien (Asia Minor) oder Anatolien (türkisch Anadolu vom griechischen Anatole (ανατολη) für Aufgang, Osten) ist jener Teil der Türkei, der zu Vorderasien gehört. Häufig wird auch Zypern zu Kleinasien gerechnet.

Geografie

Zypern

Fläche und Abgrenzung

Kleinasiens Fläche beträgt 757.000 km² und macht 96 Prozent des türkischen Staatsgebietes aus, aber nur etwa 3% von ganz Asien. Es wird im Süden begrenzt vom Mittelmeer (türk. Akdeniz, siehe auch Rhodos und Zypern). Im Norden wird es vom Schwarzen Meer begrenzt, im Westen von der Ägäis (griechische Inseln), im Nordwesten von Bosporus, Marmarameer und Dardanellen. Die östliche Grenze von Kleinasien ist nicht genau definiert, der Einfachheit halber wird sie meist mit der östlichen Landesgrenze der Türkei gleichgesetzt.

Bevölkerung und Religion

Die Bevölkerung hat sich seit 1930 (12 Millionen) auf derzeit 55-58 Millionen (ohne europäische Türkei) vergrößert, was einer Verdoppelung alle 30 Jahre entspricht. Sie besteht heute aus Türken, Kurden und Angehörige andere türkischer Stämme. Daneben existieren noch andere Minderheiten wie die Zaza, Araber, Armenier, Assyrer, Bulgaren, Georgier, Griechen (die bis zum „Bevölkerungstausch“ 1922/23 über 10 Prozent ausmachten) und Tscherkessen. Hinsichtlich der Religion dominiert der Islam (98%, davon 70-80% Sunniten und über 20-30% Aleviten). Die Christen machen 0,2% aus, zählten aber um 1910 noch etwa 20% (vornehmlich Griechen im Westen und Norden Pontos-Griechen). Von anderen kleinen Religionsgemeinschaften (genaue Zahlen werden nicht erhoben) sind etwa 20.000 Juden zu erwähnen.

Zwei Hauptstädte und zwei Meerengen

Als Grenze zwischen Europa und Asien gilt seit der Antike der Bosporus. Das an ihm liegende Istanbul hat sich seit 1970 von 2 auf etwa 10 Millionen Einwohner vergrößert. Es war bis 1453 byzantinische, dann osmanische und bis 1923 türkische Hauptstadt. 1923 wurde die Hauptstadt in das viel kleinere, aber für Kleinasien zentrale Ankara verlegt. Die „Stadt am Bosporus“ hat wegen der interkontinentalen Meeresenge einen europäischen Stadtteil (früher Konstantinopel bzw. Stambul) und einen Stadtteil in Kleinasien (Üsküdar). Sie werden durch dichten Schiffsverkehr und zwei Brücken miteinander verbunden. Die zweite Meeresenge zu Kleinasien sind die Dardanellen (antiker Hellespont) zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli (türk. Gelibolu) und der Region von Troja und Çanakkale. Geologisch gesehen gehören aber Asien und Europa zusammen - als zusammenhängender Großkontinent Eurasien.

Geschichte

Frühgeschichte und antike Provinzen

Der Name „Kleinasien“ leitet sich historisch von der römischen Provinz Asia ab, die aber nur den westlichsten Teil der heutigen Türkei bildete. Um 2000 v. Chr. bestand in Anatolien das Fürstentum der Hatti (auch Protohethiter). Es wurde von Indoeuropäern abgelöst, deren Migration einige Völker vom Kaukasus hierher brachte: Die Völker der Pala ließen sich im Norden (speziell in Paphlagonien) nieder, die Nesi und Luwier in Mittel- und Südanatolien. Nach ersten Fürstentümern gründeten sie ab 1660 v. Chr. das Grosskönigreich der Hethiter (1460 - 1190 v. Chr.). Diese Föderation war neben Ägypten die zweite Supermacht der damaligen Zeit. Im 9. Jahrhundert v. Chr. etabliert sich das Reich Urartu im späteren Armenistan am ostanatolischen Euphrat. König Sa(r)dur I. (um 830) errichtet die Hauptstadt Tuschpa am Van-See. Hochwertige Bewässerung und Zucht, Metalle und eigene Hieroglyphen wurden entwickelt. Um 620 v. Chr. wird das Reich von den Skythen erobert und vernichtet. Nach 700 v. Chr. begannen griechische Ionier und Dorer entlang der Ägäisküste Kolonien zu gründen. In den Jahrhunderten danach wurden u.a. folgende Landschaften unterschieden:
- Vom Nordwesten nach Süden Hellespont (Dardanellen), Mysien, Lydien, Karien und Lykien,
- an der Südküste Pamphylien, Pisidien und Kilikien,
- im Norden Bithynien, Pontus, Paphlagonien und Armenien
- und im Landesinneren Galatien (bzw. Phrygien) und Kappadokien. 546 v. Chr. eroberte Persiens Großkönig Kyros II. Lydien und danach die griechischen Städte an der Küste und Lykien. Um 500 v. Chr. wurde Südanatolien dem Perserreich angegliedert. Alexander d. Gr. setzt mit seinem Heer 334 v. Chr. über das Marmarameer und schlägt die Perser. Fast ganz Anatolien wird dem Makedonischen Weltreich einverleibt. Nach Alexanders Tod teilen die Diadochen das Reich, Kleinasien geht an Seleukos I..
Sein Konkurrent Philetairos spaltet 282 v. Chr. davon das Reich von Pergamon ab, bis es 133 v. Chr. an Rom vererbt (!) wird. Um 275 siedeln sich Kelten aus Thrakien nach Plünderungen in Zentralanatolien an und gründen das Reich Galatien.

Römerreich, Christentum und Byzanz

Ab 60 v. Chr. kamen die Küstenregionen durch Pompeius zum römischen Reich. Ein starker Gegner war König Mithridates VI. Eupator von Pontus (121-63 v.Chr.). Später wurde auch das Landesinnere annektiert und um das Jahr 65 die Provinzen neu gegliedert (Pontus im Norden, Cilicia (Kilikien) im Süden und Syria im Osten). Die Könige von Galatien, Kappadokien, und Paphlagonien behielten als Vasallen Roms und als "Puffer" gegen Nachbarvölker ihren Thron. Mit der „Pax Romana“ des Augustus begann um die Zeitenwende eine Blütezeit bis zum 2. Jahrhundert n.Chr. (Kaiser Trajan und Hadrian). Um das Jahr 50 begann das Christentum Fuß zu fassen zuerst in Perge, später bis zur Hauptstadt Efesos und bis Griechenland - siehe z.B. die Paulusbriefe an verschiedene Gemeinden. Auch einige Bischofssitze entstanden - u.a. in Myra, in dem um 350 der heilige Nikolaus wirkte - und auch die ersten Konzile fanden in Kleinasien statt. 324 wurde Konstantinopel zur Residenz des oströmischen Reiches. Nach dem Untergang Westroms (476 blieb Kleinasien für 700 bis 1100 Jahre unter byzantinischer Herrschaft und wirkte in die weitere Umgebung (z.B. bis nach Russland) hinein.

Seldschuken, Mongolen und Osmanen

Im 11. Jahrhundert drangen aus dem Osten die turkmenischen Seldschuken vor und wurden von Arabien unterstützt. Nach dem Sieg bei Malazgirt (1071) fiel der Großteil Anatoliens an sie. Das Zentrum ihres Reiches war Ikonion (die heutige Großstadt Konya), 200 km südlich von Ankara (Ankyra, ab 1023 Angora).
Im 12. Jahrhundert konnte Byzanz einige Gebiete wieder zurückgewinnen. Das oströmische Reich endete erst 1453 mit dem Fall von Konstantinopel an die Osmanen. Mit den Mongolen Mitte des 13. Jahrhundert zerfiel das Seldschukenreich in viele Turkfürstentümer. Eine ihrer Dynastien, nach ihrem Führer Osman I. (1281-1326) die Osmanen benannt, unterjochte die umliegenden Gebiete und eroberte 1326 auch den byzantinischen Norden bei Bursa. Im Osmanischen Reich verloren alle o.a. antiken Provinzen endgültig ihre Autonomie und meist auch ihren Namen.

Erster Weltkrieg und „Bevölkerungstausch“

Vor und nach dem 1. Weltkrieg zerfiel das Osmanenreich, das im 16. Jahrhundert bis Bosnien und Ungarn expandiert war. Sein kleinasiatischer Teil wurde unter Atatürk im Krieg gegen die Griechen vereint, die nach 1918 von Smyrna (Izmir) aus Richtung Ankara vorgedrungen waren. Diese Kämpfe endeten erst 1922 mit der Vertreibung einiger Millionen Menschen und dem „Bevölkerungsaustausch“ 1923 (Vertrag von Lausanne). Heute gliedert sich die Türkei in 81 Provinzen, davon 77 in Kleinasien und 4 im europäischen Teil westlich Istanbuls. Siehe auch: Türkischer Befreiungskrieg

Siehe auch


- Ostanatolien
- Chalyber, Rumelien
- assyrische Keilschrift, Thales von Milet, Hellenismus
- Hochgebirge, Großer Mäander, Erdbeben, Plattentektonik Kategorie:Region Kategorie:Geographie (Türkei) ! Kategorie:Halbinsel ja:アナトリア半島 ko:소아시아 simple:Asia Minor th:อนาโตเลีย

Blind

Unter Blindheit versteht man den Verlust der Sehfähigkeit, die Einschränkung der Sehfähigkeit auf unter 2 Prozent oder die Einschränkung des Gesichtsfeldes auf 5 Grad und weniger. Nicht zur Blindheit nach obiger Definition gehören die Farbenblindheit und die Nachtblindheit. Diese Krankheitsbilder werden der Kategorie Sehbehinderungen zugeordnet. Außerdem wird blind gelegentlich als Adjektiv benutzt um Dinge ohne Fortsatz zu beschreiben (vgl. Blinddarm, Blindschacht, Blindgänger, Blindflansch; auch blinder Alarm, blinder Passagier).

Ursachen für Blindheit


- angeborene
  - fehlende Elemente des Sehapparates
  - fehlende Verbindung zwischen Auge und Gehirn
  - unerkannte Erkrankungen wie z.B. der angeborene grüne Star
  - genetische Veranlagungen, die im Laufe des Lebens zur Erblindung führen können (z.B. Retinitis Pigmentosa, Makuladegeneration ...)
- erworbene
  - am häufigsten ist der graue Star, die alterungsbedingte Trübung der Linse
  - Altersblindheit bedingt durch Diabetes oder altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD
  - langanhaltender unbehandelter Bluthochdruck
  - Embolien in den versorgenden Blutgefäßen
  - Verletzungen (Amaurose)

Medien für Blinde

Die von Louis Braille entwickelte Blindenschrift, die so genannte Brailleschrift, ermöglicht blinden Menschen das Lesen und Schreiben von Texten. Das Moonalphabet, eine weitere Blindenschrift, wurde fast vollständig von der Brailleschrift verdrängt. Das Schreiben von Texten ist z. B. mithilfe der Blindenschreibmaschine möglich, welche bereits 1899 von Oskar Picht erfunden wurde. Es gibt heute auch Braille-Drucker für den PC. Es gibt diverse Zeitschriften für Blinde. Die Zeitschrift Brigitte war die erste deutsche Frauenzeitschrift, die es vollständig in Blindenschrift gibt. Auch wird diese in elektronischer Form als Textdatei angeboten, um sie mithilfe eines durch Sprachausgabe, Braillezeile und/oder Schriftvergrößerung (für Sehbehinderte) modifizierten PCs lesbar zu machen. Viele Zeitschriften, auch Hörzeitschriften (auf Cassette oder DAISY-CD aufgesprochene Beiträge), werden durch Blindenbüchereien oder gemeinnützige Vereine vertrieben. Aber auch die immer mehr aufkommenden Hörbücher ermöglichen blinden Menschen einen weiteren Zugang zur Literatur. In vielen bekannten Bauwerken werden auch Modelle zum taktilen Erleben aufgestellt. Auf Bahnhöfen werden die Bahnsteige mit speziellen Einkerbungen, sog. Leitlinien, versehen, die es Blinden ermöglichen, sich dort zurecht zu finden. In der Kartographie arbeitet man intensiv an Blindenkarten, die helfen sollen, die räumliche Situation der Umgebung für Blinde erfahrbar zu machen. Einige Fernsehsender senden Filme im Zweikanalton, bei denen auf dem zweiten Kanal per Audiodeskription die Handlung erzählt wird. Das jüngste Medium für Blinde heißt DAISY. DAISY ist der Name eines weltweiten Standards für navigierbare, zugängliche Multimedia-Dokumente. Die Abkürzung [http://www.sbs-online.ch/daisy/produkt/daisy2_was.html DAISY] steht für "Digital Accessible Information System", zu deutsch: digitales System für den Zugang zu Informationen. Im Frühjahr 2004 wurde die DAISY-CD im deutschsprachigen Raum eingeführt, welche die veraltete Kompaktkassette bald ersetzen soll.

Allgemeine Hilfsmittel

Blinde Menschen benutzen einen Langstock (umgangssprachlich oft als Blindenstock bezeichnet), (siehe auch Tag des weißen Stockes). Dieser dient nicht nur zur Orientierung, sondern auch als Kennzeichen im Straßenverkehr, damit jeder Verkehrsteilnehmer auf die Behinderung aufmerksam gemacht wird. Zusätzlich tragen Blinde meist einen Anstecker oder zwei Armbinden. Dort sind auf gelben Untergrund drei schwarze Punkte abgebildet. Einige Blinde vertrauen sich auch einem Blindenführhund an. Um sich völlig selbständig orientieren und bewegen zu können, muss die Umgebung allerdings so ausgestattet sein, dass sie akustisch oder taktil ausgewertet werden kann. Dazu dienen Markierungsstreifen auf Gehwegen, ergänzende akustische oder vibrierende Signaleinrichtungen bei Verkehrsampeln, Geländer und Handläufe, aber auch eine vorschriftsmäßige Absicherung von Gefahrenstellen wie Baustellen oder Bodenöffnungen. Das Zurechtfinden in unvertrauten Gegenden bleibt für Blinde aber trotzdem oft schwierig.

Elektronische Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte

Um den Computer für Blinde nutzbar zu machen, wurde ein spezielles Ausgabegerät entwickelt, das so genannte Braille-Display oder Braillezeile, mit dem der Text auf dem Bildschirm in Brailleschrift Zeile für Zeile ertastbar wird. Das Braille-Display kann, je nach Bauform, bis zu 80 Zeichen abbilden und benötigt eine spezielle Übersetzungssoftware wie z.B. Blindows (Screenreader). Grafische Benutzeroberflächen erschweren den Umgang für Blinde gegenüber dem klassischen Textmodus. Screenreader aber werden ständig weiterentwickelt, die Betriebssysteme arbeiten besser mit ihnen zusammen, sodass inzwischen auch die meisten Blinden den Umstieg zu Betriebssystemen mit grafischer Benutzeroberfläche gemeistert haben. Dank dieser Technik ist es ihnen möglich, viele Funktionen eines PCs zu nutzen. Vorlesesysteme setzen Bildschirminhalte in synthetische Sprache um, so dass Sehbehinderte, die die Brailleschrift nicht beherrschen (viele Späterblindete haben nie eine Blindenschule besucht), komfortabel mit diesen Systemen arbeiten können. Auch für das alltägliche Leben gibt es viele verschiedene Hilfsmittel. Das fängt bei einfachen Dingen wie sprechenden Uhren und Weckern an und geht über den Milchalarm, der das Überkochen der Milch verhindert bis hin zu einer Herdüberwachung, die piept, wenn der Herd zu lange angeschaltet ist oder die Kochplatten gefährlich heiß werden. Viele Spielehersteller bieten mitlerweile auch Versionen ihrer Spiele für Blinde an. Schon seit geraumer Zeit gibt es Skat-Karten, die mit einer Plastikfolie überzogen sind, so dass Sehende wie gewohnt spielen und Blinde die Karten gleichzeitig ertasten können. Auch für den Computer gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Soundgames, bei denen der Spieler die Informationen über den Spielverlauf über die Lautsprecher erhält statt über den Bildschirm. Diese Art der Spiele wird auch bei Sehenden immer beliebter.

Berühmte Blinde


- David Blunkett
- Jorge Luis Borges
- Louis Braille
- Ray Charles
- Appius Claudius Caecus
- Georg V.
- Homer
- Aldous Huxley
- Helen Keller
- Leslie Lemke
- Tom Wiggins
- Stevie Wonder Auch sagenhafte Figuren wie der griechische Seher Teiresias und der alte Ödipus wurden als blind beschrieben. Desgleichen stehen Blinde im Zentrum literarischer Werke (z. B. in Vladimir Nabokovs Roman "König Dame Bube").

Formen


- Achromatopsie
- Anopsie

Museen

AnopsieAnopsie
- Blindenmuseum Berlin, Steglitz, Rothenburgstr. 14
- Blindenmuseum Hannover, Bleekstraße 22
- Dialog im Dunkeln, Hamburg, Am Wandrahm 4
- http://www.stiftadmont.at Stift Admont, A-8911 Admont 1 Im neuen Museum des Stiftes Admont bilden grundsätzlich für Blinde konzipierte multimediale Kunstwerke besondere Stationen.

Zitate


- "Blindheit trennt von Dingen, Taubheit trennt von Menschen", (Helen Keller)

Redensarten

Im übertragenen Sinne steht die Fähigkeit zu sehen oft für die Fähigkeit, die Wirklichkeit überhaupt wahrzunehmen. Die selbe Metapher gilt für das Fehlen der beiden Fähigkeiten. "Ich will die Sache im Auge behalten" oder "Ich will ein Auge darauf haben." bedeutet: "Ich will dafür sorgen, dass die Sache zufriedenstellend weiterkommt." "Nachsicht üben, nicht genau hinschauen, ein Auge zudrücken, durch die Finger sehen" bedeutet "Mängel oder Verstöße nicht so behandeln, wie es richtig wäre." "Jemand ist politikblind, wirklichkeitsblind." bedeutet: "Er versteht nicht die Zusammenhänge der Politik, der Wirklichkeit." "Liebe macht blind" bedeutet: "Wer liebt, erkennt die oder den Geliebten nicht so wie sie oder er wirklich ist." "Die waren auf dem rechten (auf dem linken) Auge blind." weist auf eine parteiliche Haltung hin, welche gegenüber der politischen "Rechten" (der politischen "Linken") zu Duldsamkeit und Nachsicht neigt. "Dem muss ich mal die Augen öffnen." bedeutet: "Dem will ich erklären, was wirklich geschieht und womit das zusammenhängt." Wenn ein Sachverhalt ganz und gar eindeutig ist, sagt man volkstümlich derb: "Das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock."

Literaturhinweis


- "Enzyklopädie des Blinden- und Sehbehindertenwesens" - 516 Seiten mit Abbildungen, 3,50 Euro

siehe auch


- Blindenanstalt, Christoffel-Blindenmission,

Weblinks


- [http://de.dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Menschen/Behinderte/Blinde_und_Sehbehinderte/ Verweisliste von Dmoz.org]
- [http://www.kriegsblindenbund.de/ Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. (BKD)]
- [http://www.szb.ch/ Dachverband der Schweizer Blindenorganisationen SZB]
- [http://www.dbsv.org/ Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)]
- [http://www.pro-retina.de/ Pro Retina Deutschland e.V.]
- [http://www.milina-radio.de/ Erstes bundesweites Blindenradio] Kategorie:Augenheilkunde Kategorie:Blindheit ja:失明 simple:Blindness

İzmir

der Stadt geschenkt. Heute ist der über 24 Meter hohe kunstvoll verzierte Turm das Wahrzeichen von İzmir.]] Wahrzeichen İzmir ist eine türkische Metropole an der Ägäisküste am Golf von Izmir. İzmir wird auch Perle der Ägäis genannt. Die Stadt war früher unter dem griechischen Namen Smyrna bekannt (neugriechisch Σμύρνη) und ist der zweitgrößte Hafen des Landes (nach İstanbul) . Mit ihren 2.732.669 (Stand: 2004) Einwohnern (im Großraum mit 3.370.866 Einwohnern) ist İzmir die drittgrößte Stadt der Türkei und Hauptstadt einer Provinz (İl) gleichen Namens.

Der Name

Die Herkunft des alten Namens Smyrna ist umstritten:
- Traditionell wird er auf die griechische Bezeichnung für Myrrhe zurückgeführt;
- Laut aktuellen Ausgrabungen hieß die Stadt ursprünglich Tismurna, wobei der Ti-Präfix vermutlich eine Person bezeichnet. Türkische Historiker sind der Meinung, dass die Stadt nach einer Amazone benannt wurde.

Geschichte

Antike

Die Stadt wurde um 3000 v. Chr. als eine Ansiedlung von Lelegern auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Bayraklı gegründet. Zeitweise befand sie sich im Einflussbereich der Hethiter und war ab 688 v. Chr. eine wichtige Stadt der Ionier, einem griechischen Volksstamm.Bezeichnenderweise werden die Griechen heute noch im der türkischen Sprache als Ionier bezeichnet, iunan und iunanistan für Griechenland.. Funde jüngster Ausgrabungen legen nahe, dass das heutige Stadtgebiet vor 8.000 bis 10.000 Jahren besiedelt wurde. Der lydische König Alyattes zerstörte Smyrna 630 v. Chr. Erst Antigonos I. Monophthalmos gründete 20 Stadien südwestlich der alten Stadt ein neues Smyrna. Der von ihm angelegte Hafen legte den Grundstein für Smyrnas Entwicklung zu einer der reichsten Handelsstädte Asiens. Nachdem es schon bei der Eroberung durch den römischen Konsul Dolabella sehr gelitten hatte, wurde es 178 und 180 n. Chr. durch Erdbeben noch stärker beschädigt, aber durch Marcus Aurelius wiederaufgebaut. Cassius Dio war zeitweilig römischer Curator (Aufseher über die Stadtverwaltung) von Smyrna.

Spätantike - Byzanz

Smyrna war ein wichtiges Zentrum der christlichen Welt. Schon früh etablierte sich eine christliche Gemeinde. Diese Gemeinde ist einer der sieben Gemeinden der Offenbarung des Johannes. Der Kirchenvater Polykarp von Smyrna, Verfasser eines Briefes an die Philipper, war im 2. Jahrhundert Bischof von Smyrna. Auch Ignatius von Antiochien hielt sich in Smyrna auf und soll dort vier der Ignatiusbriefe verfasst haben. Smyrna gehörte ab 395 zum Byzantinischen Reich. 1083 wurde es zeitweilig von dem Seeräuber Tzachas und 1402 von Timur Lenk erobert. Murad II. eroberte es, nachdem der Großteil Kleinasiens Byzanz bereits verloren gegangen war, 1424 für das Osmanische Reich.

Osmanisches Reich

Smyrna war ein wichtiges Zentrum für Händler und Kaufleute in der Zeit der Seldschuken und im Osmanischen Reich und der wichtigste Handelsplatz Kleinasiens. Seine Bevölkerung bildeten orthodoxe Christen (Griechen), Türken, Juden sowie (katholische) abendländische Christen. Die Bevölkerungsgruppen wohnten jeweils in eigenen Stadtvierteln. Smyrna war Sitz des Generalgouverneurs der Provinz Wilajets Aidin, eines Metropoliten sowie je eines katholischen, griechischen und armenischen Erzbischofs. Smyrna war ein Zentrum der Teppichweberei.

Erster Weltkrieg und türkisch-griechischer Krieg

Smyrna wurde 1920 im Vertrag von Sèvres Griechenland zugesprochen, jedoch 1922 während des türkisch-griechischen Krieges bei dem Rückzug der griechischen Armee in Brand gesetzt und zerstört. Im armenisch besiedelten Gebiet brach ein Feuer aus und vernichtete einen großen Teil der Stadt. Später wurde sie wieder aufgebaut. Bei der Auseinandersetzung wurden ca. 25.000 Zivilisten (wahrscheinlich mehr) getötet und ca. 200.000 vertrieben. Ein Teil der griechischen Bevölkerungsmehrheit wurde noch von den Engländern aus der Stadt evakuiert, da man Übergriffe der Türken voraussah, bevor die meisten verbliebenen Zivilisten durch eben diese Akte umkamen. Viele der Griechen emigrierten nach Athen, wo heute noch der Stadtteil Nea Smyrni (Νέα Σμύρνη) an ihre Herkunft erinnert. Im Vertrag von Lausanne wurden İzmir und die gesamte Westküste der Türkei zugesprochen.

Modernes İzmir

Auf einem Teil der zerstörten Stadtteile wurde der sogenannte Kulturpark mit dem Messegelände (mit 420.000 m² Grundfläche) errichtet. Das Stadtzentrum mit der Gemeindeverwaltung (Belediye) und dem Sitz des Provinzgouverneurs (Valilik) befindet sich in Konak. Karşıyaka, Bornova, Hatay und Buca sind die größten Wohngebiete. Die Provinz beherbergt 4,6% der landesweiten Landwirtschaft und 9% der gesamten Industrie. Die Ökonomie basiert auf 30,5% Industrie, 22,9% Handel, 13,5% Transportgewerbe und Telekommunikation und 7,8% Landwirtschaft. Die wichtigsten Exportgüter der Stadt sind Erdölprodukte und Chemikalien, Metall, Textilien, Autos, Lebensmittel (Feigen, Trauben, Oliven und Olivenöl), Bier der Marke Tuborg, Tabak und Wolle. Die meisten Unterhaltungs- und Einkaufskomplexe sind in Konak, Karşıyaka und Bornova, wobei die Industrie in Bornova, Çiğli und Gaziemir konzentriert ist. Im nordöstlichen Teil von Izmir erstreckt sich der circa 46 Hektar große Kulturpark mit Zoologischem Garten, Freilufttheater und Messegelände. İzmir wird kulturell als die modernste und verwestlichteste Stadt der Türkei angesehen. In der Stadt befinden sich vier Universitäten und ein Institut für Technologie. Als Wahrzeichen der Stadt gelten der Saat Kulesi (Uhrturm) auf dem Konak-Platz und das Atatürk-Denkmal auf dem Cumhuriyet-Platz (Platz der Republik). Die neue Teilringautobahn O30 und die vor erst einigen Jahren eröffnete U-Bahn entlasten die städtischen Straßen, wodurch die bekannten Staus in der Innenstadt nicht mehr so oft zu sehen sind wie früher. Die Stadt hat mit dem Adnan Menderes Airport einen Flughafen, der sich 18 Kilometer außerhalb der City befindet.

Klima

Das Frühjahr und der Herbst sind angenehm temperiert und daher die besten Zeiten, der Stadt einen Besuch abzustatten. Relativ hohe Temperaturen bestimmen die Sommermonate. Lediglich am Küstenstreifen (Kordon), wo immer eine leichte Brise weht, ist es auch dann angenehm. Der Winter ist durch wechselhaftes Wetter bestimmt: Es gibt frühlingshafte Sonnentage, häufig Regen, aber selten Schneefälle.

Verschiedenes


- İzmir ist eine der ältesten Städte der Welt, der heutige türkische Name bildet sich aus dem griechischen "eis Smyrna" "nach Smyrna" (wie auch Istanbul ja aus dem griechischen "eis thn polin" stammt.
- Homer, der Dichter der Ilias und Odyssee, soll in Smyrna gelebt haben.
- Drei der in der Bibel erwähnten Sieben Kirchen der Apokalypse befinden sich in der Region İzmir.
- Vermutlich hat İzmir mit der sogenannten Kordonboyu die längste Theke der Türkei.
- Der Vater und Designer des legendären Morris Austin Mini, Sir Alec Issigonis (1906-1988), wurde hier geboren, auch seine Familie wurde jedoch während der kleinasiatischen Katastrophe vertrieben.

Sehenswürdigkeiten

Dank 5000 Jahren multikultureller Geschichte hat İzmir Sehenswertes zu bieten:
- die Agora
- Kadifekale
- Kemeralti Bazaar
- Balçova Thermalbäder
- Belkahve In der näheren Umgebung befinden sich folgende bedeutende Ruinenstätten und Naturschönheiten:
- Ephesos (Selçuk-Efes) mit dem Tempel der Artemis
- Pergamon (Bergama)
- Phokaia (Foça)
- Çamaltı Vogelparadies

Söhne und Töchter der Stadt


- Sezen Aksu, türkische Pop-Sängerin
- Édouard Balladur, französischer Politiker und Premierminister
- Yakovos Bilek, deutscher Basketballtrainer
- Manolis Kalomiris, griechischer Komponist
- Adamantios Korais, griechischer Gelehrter und Schriftsteller
- James Justinian Morier, britischer Diplomat, Reisender und Schriftsteller
- Metin Oktay, türkischer Fußballspieler
- Aristoteles Onassis, griechischer Reeder
- Yüksel Pazarkaya, Schriftsteller
- Osman Pepe, türkische Umweltminister
- Ahmet Adnan Saygun, türkischer Komponist, Musiker und Musikwissenschaftler
- Alev Tekinay, Linguistin und Schriftstellerin

Weblinks


- [http://www.discoverturkey.com/german/iller/izmir.html Türkisches Kultusministerium - Izmir]
- [http://www.izmirturizm.gov.tr/ Izmir Tourism Info]
- [http://www.izmirfair.com.tr/ Izmir International Fair]
- [http://www.ege.edu.tr Ege Universität in Izmir]
- [http://www.universiadeizmir.org 2005 Sommer Universiade - "Olympische Spiele" zwischen Universitäten]
- [http://www.cankan.com/gizmir/index.htm Cankan Immobilien - Izmir Seiten] Izmir Izmir Izmir ja:イズミル

Ithaka

Ithaka (mod. griech. Ithaki) ist eine der Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands. Sie ist 96 km² groß und hat ca 5.000 Einwohner. Höchste Erhebung ist der Niritos mit 809m. Hauptort und wichtigster Hafen ist Vathi. Die Insel ist sehr grün und hat viele schöne Buchten. Viele der Bewohner sind im Laufe der Zeit ausgewandert. Hauptsächlich nach Australien, USA und Südafrika. Große Teile der Insel wurden bei einem Erdbeben 1953 zerstört. Die Insel ist heute mit der Fähre von Kephalonia aus zu erreichen. Beide Inseln zusammen bilden einen Verwaltungsbezirk Ithaka ist die legendäre Heimat des Odysseus. Als Heinrich Schliemann die Insel 1868 besuchte, hatte sie noch rund 12.000 Einwohner. Schliemann glaubte, auf dem Berg Aetos den Palast des Odysseus entdeckt zu haben, weil sich einige Ortsbeschreibungen Homers mit der Landschaft in Deckung bringen lassen und der Gipfel mit einer ausgedehnten cyklopischen Mauer befestigt ist, was auf eine mykenische Siedlung schließen lässt. Die Schlussfolgerungen Schliemanns sind aber umstritten und ein anderer Platz auf der Insel konkurriert um die antike Palaststätte.

Könige von Ithaka

Arkisios, Laertes, Odysseus, Telemach.

Weblinks


- [http://www.hellas-individuell.de/ithaca.htm Insel des Odysseus]
- [http://www.lyrikwelt.de/gedichte/kavafisg1.htm Ithaka-Gedicht von Konstantinos Kavafis]
- http://www.gtp.gr/Ithaki Seite mit umfassenden Informationen (engl.) Kategorie:Insel (Griechenland)

Kolophon

Kolophon war in der griechischen Antike eine der größten Städte in Ionien (Kleinasien). Sie lag zwischen Smyrna (im Norden) und Ephesos (im Süden), verbunden mit dem Hafenort Notion. Als eine der Mutterstädte der Ionier war sie Teil des Ionischen Bundes (Dodekapolis). Dreizehn Kilometer südlich von Kolophon lag das berühmte Orakel von Klaros. Die Nadelbäume um Kolophon lieferten das Harz Kolophonium, das damals wie heute für die Saiten von Streichinstrumenten verwendet wird. Die Stadt wurde angeblich von zwei Söhnen des Kodros, dem König von Athen, gegründet (was in die Zeit nach 1089 v. Chr. fallen würde). Ihre berühmtesten Söhne sind der Philosoph Xenophanes, der Dichter Mimnermos und der Maler Apelles. Kolophon war auch eine der ionischen Städte, die darum konkurrierten, Geburtsort von Homer gewesen zu sein. Nach 479 v. Chr. wurde die Stadt Mitglied im attischen Seebund; 430 v. Chr. wurde sie nach Parteikämpfen persisch und trat 409 wieder auf die Seite Athens (siehe Perserkriege). Im Jahr 404 fiel Kolophon erneut unter persische Oberhoheit, um dann im 4. Jahrhundert v. Chr. das allgemeine Schicksal Ioniens zu teilen. Lysimachos, einer der Diadochen Alexanders des Großen, zwang im Jahre 302 die Bevölkerung, nach Ephesos umzusiedeln, das unter seinem Befehl an neuem Ort errichtet wurde. Damit verlor die Stadt Kolophon ihre Bedeutung. Ihr Name wurde zunächst auf Notion übertragen; bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. hat sich jedoch jede Spur von ihm verloren. Die Ruinen der Stadt finden sich heute in dem Dorf Değirmendere im Verwaltungsbezirk İzmir, Türkei.

Literatur


- Carl Schuchhardt, Kolophon, Notion und Klaros, Athenische Mitteilungen 11, 1886, 398-434

Weblinks


- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0006&layout=&loc=Colophon Princeton Encyclopedia of Classical Sites] Siehe auch: Liste ionischer Stadtgründungen Kategorie:Ort in der Türkei Kategorie:Antike Stadt Kategorie:Ionische Stadtgründung

Chios

Chios (griechisch Χίος) ist eine griechische Insel. Sie besitzt eine Fläche von 842 km² und hat 50.000 Einwohner (2000).

Lage

Chios liegt vor der türkischen Küste und gehört zu den ägäischen Inseln und hierbei wiederum zu den südlichen Sporaden. Die Küstenlänge beträgt 213 km. Chios ist damit die fünftgrößte Insel Griechenlands.

Orte auf der Insel

Chios-Stadt oder griechisch Chios-Chora nennt sich der Hauptort der Insel. Chios-Stadt hat etwa 27.000 Einwohner (2000). Weitere Ort sind Homeroupolis, Kardamila, Kampochora, Volissos, Amanis, Ionia und Agiou Mina, sowie die Mastixdörfer ("Mastichochoria") Mesta, Pirgi und Olympia. Zu Chios gehört die kleine Inselgruppe Inousses (nordöstlich). Nordwestlich liegen die Inseln Psara und Antipsara (18 sm).

Geografie

Chios ist recht gebirgig. Der höchste Berg der Insel ist der Pelineo. Er liegt im Norden und besitzt eine Höhe von 1.297 m.

Geschichte

Chios war in der frühen Neuzeit eine wohlhabende und bevölkerungreiche Insel, die vor allem von Mastix-Anbau lebte. Obwohl sich die Einwohner dem Osmanischen Reich gegenüber loyal zeigten, wurde während des Unabhängigkeitskriegs Griechenlands (1821-1829) der größte Teil der Einwohner von den Osmanen ermordet. Von 120.000 Einwohnern gelang nur 15.000 die Flucht, die Übrigen wurden bis auf die Mastix-Bauern umgebracht oder versklavt. Als der griechische Freiheitskämpfer Konstantinos Kanaris wenig später das türkische Admiralsschiff in Brand steckte, wurden auch die Mastix-Bauern getötet. Diese "Türkengräuel" empörten damals ganz Europa. Berühmt wurde das Gemälde "Das Massaker von Chios" von Eugene Delacroix. Im Jahre 1881 zerstörte ein Erdbeben, was übrig geblieben war. Erst in den Jahren 1911 bis 1913 wurde die Insel von Griechen neu besiedelt.

Landwirtschaft

Neben Olivenöl und Wein ist Chios vor allem durch die Mastix-Produktion speziell im südlichen Bezirk Mastichochoria bekannt. Hier und besonders in der Umgebung der Mastixdörfer Pyrgi, Mestá und Olympia, wachsen jene immergrünen Mastixbäume, die das wertvolle Naturharz absondern. Die Ernte ist von August bis Ende Oktober. Das Harz, das durch Einritzen der Mastixbäume gewonnen wird, wird von den Frauen der Insel noch mit Pinzetten von Fliegen und Rindenteilen gereinigt und unter anderem auch zur Herstellung von Ouzo, Kaugummi und Süßigkeiten verwendet.

Legende und Wahrheit

In dem Dorf Pitios soll der Dichter Homer geboren sein. Allerdings beanspruchen noch zahlreiche weitere Orte in Griechenland diesen Vorzug. Tasächlich von Chios stammen die vorsokratischen Philosophen Ion von Chios und Metrodoros.

Literatur


- Günther Ketterer: Das Beispiel Chios in Atlas zur Geschichte des Islam, Darmstadt 2001

Verkehr


- Bundestrasse 75

Municipalitëten


- Siehe auch: Gemeinden von Präfektur Chios

Persönlichkeiten


- Giorgos Dilvois
- Nikos Gialouris
- Dimitris Varos
- Matheos Moundes auf Chios geboren sind:
- Hippokrates von Chios, griechischer Astronom und Mathematiker
- Andreas Papandreou, griechischer Premierminister
- Mikis Theodorakis, griechischer Komponist und Politiker
- Theopompos, griechischer Geschichtsschreiber

Weblinks


- [http://www.fragrant-chios.com/de/ Insel Chios]: Allgemeine Informationen wie Geschichte, Strände, Städte, bekannte Persönlichkeiten und Klöster.
- [http://www.chios.gr/chios_island_map2_en.htm Chios] : Karte der Insel.
- [http://www.holiday.gr/place5.php?place_id=45 Chios-info] : Chios (Holiday.gr)
- http://www.travel-to-chios.com
- [http://www.e-xios.gr/en/ e-xios.gr]: Portal fur Chios
- [http://www.chiosnet.gr Chiosnet]
- [http://www.chiosonline.gr Chiosonline] Kategorie:Insel (Griechenland) Kategorie:Ort in Griechenland Kategorie:Präfektur von Griechenland

Ios

Íos (auch: Nío) ist eine Insel der Kykladen im Ägäischen Meer, südlich von Náxos, nördlich von Santorini, 15 km lang, bis 7 km breit, 105 km² groß und bis zu 735 m hoch. Die sehr trockene Insel bringt nur in geringem Umfang landwirtschaftliche Produkte hervor (insbes. Honig und Ziegenkäse). Seit den 1970er Jahren erlebt Íos einen Boom des internationalen Tourismus. Nur dadurch hält sich die Einwohnerzahl bei etwa 1500. An manchen Tagen im Hochsommer kommt es vor, dass sich bis zu 10.000 Fremde auf Íos aufhalten. Vorwiegend jüngere Leute aus aller Herren Länder genießen die sehr schönen Badestrände (insbesondere Milopotas), sowie ein ausgeprägtes und als besonders freizügig geltendes Nachtleben. Die Insel verfügt über einen der schönsten Naturhäfen der Ägäis, zu dem auch ein beliebter Yachthafen gehört, der zur Zeit vergrößert wird. Verschiedene Legenden der Insel berichten, dass der antike Dichter Homer auf Íos begraben wurde. Jedoch wurde bei der Datierung der Grabstätte eine zeitliche Differenz von 600 Jahren zum vermuteten Todesjahr von Homer festgestellt. Für die Inselbewohner ist die kleine befestigte Grabanlage von Homer auf einem Hügel im wilden Inselinnern ein beliebtes Ausflugsziel und vermutlich mit der Grund weshalb die Ergebnisse der Datierung gerne verschwiegen werden. Seit Mitte der 90er Jahre bemüht sich Bürgermeister Pusseos um die Entwicklung der Insel. Es ist ihm gelungen, EU-Gelder locker zu machen, um Straßenbau-Projekte, aber auch den Bau eines Amphitheaters zu finanzieren. Der deutsche, 2003 verstorbene Architekt Peter Haupt baute es in imposanter Lage oberhalb des Dorfes Chora. Es finden dort bisher jedoch nur selten kulturelle Veranstaltungen statt. Ob es durch Straßenbau gelingt, die touristische Struktur der Insel zu dezentralisieren, scheint fraglich. Bisher konzentriert sich das Leben auf den weitläufigen Hafen, das oberhalb gelegene, malerische und autofreie Kykladendorf Chora und den größten und schönsten Strand der Insel Milopotas. Ansonsten ist Íos nur sehr spärlich und vereinzelt besiedelt, wie etwa im Hinterland der ebenfalls schönen Strände von Manganari, Kalamos, Psathi und Theodoti.

Weblinks


- [http://www.herbert-thiess.de/Ios/Titel.html Menschen der Kykladeninsel Íos - Fotoschau] Ios

Dichter

Dichter - eine spezifisch deutsche Wortbildung für den Verfasser von Dichtung, sprachlicher Kunst. Der Begriff fand im 18. und 19. Jahrhundert im deutschen den Vorzug gegenüber dem des Poeten, der von nun an belächelt für den Liebhaber von Versen stand, den Kauz, der keine Beachtung des modernen Marktes fand. Ihm gegenüber wurde der "Dichter" der Autor hoher Literatur seiner Nation, in Emphasen des Sturm und Drang, der Romantik und des Nationalismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein Seher, Genie und, im herausragenden Fall, geistiger Führer der Nation. Reiner Textproduzent blieb dagegen der "Autor", der Schreiben zum Beruf machen konnte (und dann als Schriftsteller agiert), während der Dichter am Ende (so die mitschwingende Implikation) anerkannt, von der Würdigung leben würde, die ihm die Nation zukommen ließ. Die Einrichtung von Dichterpreisen, Dichterlesungen, der Preußischen und jetzigen Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung trug den Konnotationen dieses Diskurses Rechnung. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor das Sprechen von Dichtern an Rang gegenüber dem - so die Intention - wertungsfreieren von Autoren und, etwas mehr Wertschätzung zulassend, Schriftstellern. Eingehender an dieser Stelle die Stichworte Literatur, Poesie und Dichtung. Er war das
- am himmel

Weltliteratur

Zur Weltliteratur sollen Werke gehören, die über nationale und regionale Grenzen hinweg der Weltbevölkerung zu eigen sind. Der Ansatz ist somit vergleichbar mit den Überlegungen, die zu einem Begriff wie Weltkulturerbe geführt haben. Der Begriff der "Weltliteratur" wurde zwar erstmals von Christoph Martin Wieland verwendet (Literatur für den "homme du monde", den "Weltmann"), wurde aber von Goethe 1827 umgeprägt. Er verstand darunter die Literatur, die aus einem übernationalen Geist heraus geschaffen wurde. Internationale Verbreitung allein ist keine hinreichende Bedingung für die Zuordnung zur Weltliteratur. Ausschlaggebend sind ein beispielhafter künstlerischer Wert und der Einfluss des jeweiligen Werkes auf die Entwicklung der Literatur(en) der Welt. Eine Einigung über allgemein anerkannte Kriterien um zu entscheiden welchen Werken weltliterarischer Rang zuzuerkennen ist, dürfte nicht einfach sein, zumal durch Epoche und Region gegebene Spezifika der Entstehungssituation der einzelnen Werke zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus neigt zumindest das Abendland hier zu einer gewissen Nabelschau: selbst grundlegende Werke wie die Ilias oder die Bibel können kaum als "weltweites" kulturelles Eigentum begriffen werden. (Abendländische Literatur) Der Begriff bleibt daher einer von vielen Superlativen: eingängig und schön, aber nur "cum grano salis" zu verwerten.

Literaturen der Welt

In weiterem Sinn kann man unter "Weltliteratur" auch die gesamte Literatur aller Zeiten verstehen. Folgende Überblicksartikel befinden sich in der Wikipedia: Kurze Angaben zur Literatur gibt es in folgenden Artikeln:
- Afrika
- Argentinien
- Dänemark
- Finnland
- Niederlande

Literatur


- Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur, Kröner Verlag 2005, ISBN 3520300109
- Elisabeth Frenzel: Motive der Weltliteratur, Kröner Verlag 1999, ISBN 3520301059
- Gero von Wilpert: Lexikon der Weltliteratur – Deutsche Autoren, Kröner Verlag 2004 ISBN 3520837048
- Gero von Wilpert: Lexikon der Weltliteratur – Fremdsprachige Autoren, Kröner Verlag 2004 ISBN 3520838044

Siehe auch


- Liste der Nobelpreisträger für Literatur
- Portal:Literatur

Weblink zum Begriff


- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/birus_weltliteratur.pdf Hendrik Birus: Goethes Idee der Weltliteratur]
- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/borchmeyer_weltliteratur.pdf Dieter Borchmeyer: Welthandel – Weltfrömmigkeit – Weltliteratur. Goethes Altersfuturismus] Kategorie:Literatur

Odyssee

eine Weinschale.]] Die Odyssee (altgriechisch Oδύσσεια, Odysseía) ist nach der Ilias das zweite dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos. Im späten 8. Jahrhundert v. Chr. niedergeschrieben, schildert es die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. Die Odyssee gehört zu den ältesten und einflussreichsten Werken der abendländischen Literatur. In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zu einem Synonym für lange Irrfahrten geworden.

Der Inhalt der Odyssee

Irrfahrt Mit der Anrufung der Muse beginnt die – nach Homers Ilias – älteste Dichtung der abendländischen Literatur: : Ándra moi énnepe, Moúsa, polýtropon, hós mala pólla : plánchthe, epeí Troiés hiërón ptoliéthron epérse; : póllon d'ánthropón íden ástea kaí noon égno, : pólla d' ho g' én pontó pathen álgea hón kata thýmon, : árnymenós hen té psychén kai nóston hetaíron. : áll' oud' hós hetaroús errhýsato, híëmenós per; : aúton gár spheterésin atásthaliésin olónto, : népioi, hoí kata boús Hyperíonos Éëlioío : ésthion; aútar ho toísin apheíleto nóstimon émar. In der Übersetzung von Johann Heinrich Voss aus dem Jahr 1781 lauten die gesamten Eingangsverse der Odyssee so: :Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, :Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung, :Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat, :Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet, :Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft. :Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte; :Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben: :Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers :Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft. In 12.200 solcher Hexameterverse, die in 24 Gesänge unterteilt sind, erzählt die Odyssee, wie der König der kleinen Insel Ithaka nach zehn Jahren Krieg weitere zehn Jahre umherirrt. Nach vielen Abenteuern kehrt er schließlich als Bettler unerkannt heim und findet sein Haus voller Fremder, die sein Eigentum aufzehren. Sie reden seiner Frau Penelope ein, er sei tot, und wollen sie zwingen, einen von ihnen zu heiraten. In einem letzten Abenteuer muss Odysseus den Kampf gegen diese Freier bestehen. Eine Parallelhandlung, die „Telemachie“, erzählt, wie sich Telemachos, der Sohn von Odysseus und Penelope, auf die Suche nach dem vermissten Vater macht.

Die 24 Gesänge

Telemachos Um die Spannung stets aufrecht zu halten, bedient sich Homer einer sehr komplexen Erzählweise. Er arbeitet zum Beispiel mit Parallelhandlungen, Rückblenden, Einschüben, Perspektiv- und Erzählerwechseln. Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt, sondern setzt kurz vor der Rückkehr Odysseus' nach Ithaka ein. Sie gliedert sich wie folgt:
- 1.-4. Gesang: Der Rat der Götter beschließt, Odysseus die Heimkehr zu ermöglichen. Daraufhin fordert der Götterbote Hermes die Nymphe Kalypso auf, Odysseus ziehen zu lassen. Unterdessen überredet die Göttin Athene in Gestalt des väterlichen Freunds Mentor Odysseus' Sohn Telemachos, sich auf die Suche nach dem vermissten Vater zu machen. Dessen Frau Penelope wird von zahlreichen Freiern bedrängt, einen von ihnen zu heiraten.
- 5.-8. Gesang: Auf einem selbstgebauten Floß verlässt Odysseus die Insel Ogygia, auf der Kalypso ihn sieben Jahre lang festgehalten hat. Doch sein Widersacher, der Meeresgott Poseidon, erregt einen Sturm, in dem das Floß untergeht. Als Schiffbrüchiger rettet sich Odysseus mit letzter Kraft auf die Insel Scheria. In der Heimat der Phaiaken, einer Nachbarinsel Ithakas, wird er gastfreundlich aufgenommen.
- 9.-12. Gesang: Im zentralen Teil des Epos erzählt Odysseus zwei Nächte hindurch im Haus des Phaiakenkönigs Alkinoos die Geschichte seiner Irrfahrten (siehe unten: Die Irrfahrten des Odysseus).
- 13.-16. Gesang: Nun werden die beiden Handlungsstränge, die „Telemachie“ und die eigentliche „Odyssee“ zusammengeführt. Odysseus kehrt mit Hilfe der Phäaken nach Ithaka heim, muss sich aber im Haus des treuen Sauhirten Eumaios verbergen, bis er den Kampf mit den Freiern wagen kann. Hier begegnet er auch dem von seiner erfolglosen Suche zurückgekehrten Telemachos.
- 17.-20. Gesang: Zu seinem Schutz verleiht Athene Odysseus die Gestalt eines Bettlers. Als solcher kehrt er nach 20 Jahren in sein Haus zurück, wo ihn zunächst nur sein alter sterbender Hund Argos wiedererkennt, später dann auch die alte Magd Eurykleia. Insgeheim bereitet sich Odysseus auf den Kampf mit den Freiern vor.
- 21.-22. Gesang: Bei einem Bogenkampf gibt sich Odysseus zu erkennen und tötet mit Hilfe von Telemachos und Eumaios die Freier sowie die Mägde und Knechte, die sich als untreu erwiesen haben.
- 23.-24. Gesang: Odysseus sieht nach 20 Jahren seine Frau Penelope wieder. Doch erst nachdem sie ihn mit einer List auf die Probe gestellt hat, erkennt sie in ihm den Gatten. Anschließend besucht Odysseus seinen alten Vater Laërtes. In der Unterwelt preisen Achilles und Agamemnon, Odysseus' Mitkämpfer vor Troja, dessen siegreiche Heimkehr. Die Göttin Athene schlichtet den Streit zwischen Odysseus und den Verwandten der erschlagenen Freier.

Die Irrfahrten des Odysseus

Im Zentrum des Epos steht in den Gesängen 9 bis 12 Odysseus' eigene Schilderung seiner Abenteuer bis zu seiner Landung auf der Insel der Phaiaken. Dieser, eher märchenhafte Teil wird von vielen Forschern für das ursprüngliche Epos gehalten, das später um die einleitende Telemachie und die ausführliche Schilderung des Freiermords am Ende erweitert wurde.

Kikonen, Lotophagen und Kyklopen

Nachdem die Ithaker Troja auf zwölf Schiffen verlassen haben, überfallen Odysseus und seine Männer zunächst die mit den Trojanern verbündeten thrakischen Kikonen, werden von diesen aber vertrieben. Dann verschlägt ein Sturm ihre Schiffe weit über Kap Malea, die Südspitze der Peloponnes und die Insel Kythera hinaus ins Land der Lotophagen, der Lotosesser. Einige Männer kosten von der Frucht, die süchtig macht und sie ihre Vergangenheit und ihre Heimat vergessen lässt. Sie müssen daraufhin mit Gewalt auf die Schiffe gebracht werden. Anschließend landen Odysseus und seine Gefährten auf einer Insel, die von je allein lebenden einäugigen Riesen bevölkert ist, den Kyklopen. Der Kyklop Polyphem sperrt sie in seiner Höhle ein und droht, sie nacheinander zu verspeisen. Odysseus, der sich ihm listig als „Niemand“ (griechisch oudeís, zugleich ein Wortspiel, da es auch ein Kosename für Odysseus ist) vorgestellt hat, gelingt es, Polyphem betrunken zu machen und ihn dann mit einem glühenden Pfahl zu blenden. Als andere Kyklopen auf Polyphems Gebrüll hin herbeieilen, ruft dieser ihnen zu, „Niemand“ habe ihm etwas angetan, so dass sie wieder umkehren. Um seine Schafe auf die Weide zu lassen, muss Polyphem den Stein vor seiner Höhle weg wälzen. So können Odysseus und seine Gefährten entkommen. Als Polyphem ihre Flucht bemerkt, schleudert er Felsen in die Richtung, in der er die Schiffe vermutet, verfehlt sie aber. Hochmütig enthüllt Odysseus Polyphem seinen wahren Namen. In seinem Zorn bittet dieser seinen Vater Poseidon, Odysseus auf dem Meer umkommen zu lassen oder seine Heimkehr zu verhindern.

Aiolos, Laistrygonen, Kirke und Hades

Der Windgott Aiolos, dessen Insel er als nächste anläuft, schenkt Odysseus einen Lederschlauch, in dem alle Winde eingesperrt sind, bis auf den, der seine Schiffe sicher nach Ithaka treiben soll. Doch als Odysseus' ahnungslose Gefährten kurz vor dem Ziel den Schlauch aus Neugier öffnen, entweichen alle Winde und ihre Schiffe werden zur Insel des Aiolos zurückgetrieben. Dieser verweigert daraufhin jede weitere Hilfe. Als nächstes gelangen Odysseus und seine Leute zu den Laistrygonen, einem menschenfressenden Riesenvolk, das elf ihrer zwölf Schiffe vernichtet. Mit seinem letzten Schiff kommt Odysseus zur Insel Aiaia, wo die Zauberin Kirke (auch: „Circe“ oder „Zirze“) einige seiner Gefährten in Schweine verwandelt. Ihm selbst gelingt es mit Hilfe des Götterboten Hermes, dem Zauber zu entgehen und seine Gefährten zu befreien. Schließlich gewinnt er sogar Kirkes Liebe, die ihn überzeugen will, für immer bei ihr zu bleiben. Die betreffende Zeile ist ein Beispiel für Homers Wortmusik. Danach bezirzt Kirke Odysseus folgendermaßen:
: aíei dè malakoísi kai haímylioísi logoísi
: thélgei ...
: (ímmer jedóch mit weíchen schmeíchelnden Wörtchen ...)
Doch nach einem Jahr beschließt er, die Heimreise fort zu setzen. Kirke rät ihm, zuvor den toten Seher Teiresias im Hades, der griechischen Unterwelt, nach seinem weiteren Schicksal zu befragen. Im Hades trifft er auch seine inzwischen verstorbene Mutter, Mitkämpfer aus dem Trojanischen Krieg und seinen verunglückten Gefährten Elpenor, den er glaubte, gesund bei Kirke zurück gelassen zu haben. Der Seher Teiresias gibt ihm Ratschläge für die Weiterfahrt.

Seeungeheuer, Helios' Rinder, Kalypso

Nach dem Besuch in der Schattenwelt segelt Odysseus zunächst an der von Klippen umgebenen Insel der Sirenen vorüber. Mit ihren betörenden Gesängen locken die Sirenen alle Schiffe in Hörweite ins Verderben. Um diese Gesänge dennoch hören zu können, lässt sich Odysseus an den Mast fesseln, während seine Gefährten sich die Ohren mit Wachs verschließen müssen. Anschließend passieren sie mit knapper Not die Meerenge, an deren Rändern zwei Seeungeheuer drohen: die sechsköpfige, menschenverschlingende Skylla und die Charybdis, die einen Strudel verursacht, in dem ganze Schiffe versinken. Charybdis Ermattet und ausgehungert erreichen sie die Insel des Sonnengottes Helios. Trotz Odysseus' Warnung schlachten die Gefährten dessen heilige Rinder. Zur Strafe kommen sie nach ihrer Abreise allesamt in einen Sturm um. Nur Odysseus kann sich auf die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso retten. Diese hält Odysseus sieben Jahre auf ihrer Insel fest und lässt ihn erst auf Geheiß der Götter wieder ziehen. Er baut ein Floß und gelangt trotz eines Sturms, den Poseidon entfacht, nach Scheria, der Insel der Phaiaken, wo die Königstochter Nausikaa ihn nackt am Strand findet. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden erzählt Odysseus den Phaiaken und ihrem König Alkinoos seine Geschichte. Anschließend beschenken sie ihn reich und bringen ihn heim nach Ithaka.

Die Homerische Frage

Die Frage nach Entstehung, Autorenschaft und realen Hintergründen der Odyssee beschäftigt die altphilologische Forschung seit zwei Jahrhunderten.

Entstehung des Großepos

Nausikaa Da die Handlung der Odyssee unmittelbar an die Ilias anschließt, könnten erste mündliche Fassungen des Epos bereits kurz nach den kriegerischen Ereignissen am Ende der Bronzezeit (um 1150 v. Chr.) entstanden sein, die den realen Hintergrund zum Sagenkreis um den Trojanischen Krieg bilden. Mit Sicherheit wurden verschiedene Urfassungen der Odyssee jahrhundertelang durch Sänger, so genannte Rhapsoden, mündlich tradiert und dabei immer wieder verändert. Der metrische Rhythmus der Verse diente dem vortragenden Sänger als Gedächtnisstütze. In der Forschung wird heute allgemein angenommen, dass verschiedene Kurzepen zur Odyssee dichterisch zusammengefasst wurden. Ursprünglich dürften mindestens zwei verschiedene Geschichten existiert haben: zum einen die des Troja-Heimkehrers Odysseus, der die Freier tötet, welche die Zeit seiner Abwesenheit ausgenutzt haben; zum anderen die abenteuerlichen Seefahrergeschichten, die ihrerseits aus verschiedenen Quellen stammen und erst später Odysseus zugeschrieben wurden. In einer vor-homerischen Urfassung schilderte die Odyssee vermutlich in einfacher zeitlicher Abfolge die Irrfahrten des Helden, seine Heimkehr und den Freiermord. Die Niederschrift der Odyssee, auf welche die heute bekannte Form des Epos zurück geht, erfolgte nach weitgehender aber nicht unumstrittener Forschungsmeinung um 720 v. Chr. Erst dabei könnte der dritte Handlungsstrang hinzu gefügt worden zu sein: die einführenden Gesänge der Telemachie, die Geschichte von der Suche des Telemachos nach seinem Vater. Sie diente dem Zweck, die Spannung zu erhöhen und - durch die Schilderung der Zustände auf Ithaka – Odysseus’ spätere Rache an den Freiern als gerechtfertigt hinzustellen.

Die Frage des Autors

Mit der Veröffentlichung des Werks Prolegomena ad Homerum des Hallenser Altphilologen Friedrich August Wolf im Jahr 1795 setzt die moderne Homer-Forschung ein. Die so genannten Homerischen Fragen, die sich seither stellen, sind bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet worden: Hat Homer dem gesamten Epos seine heutige Form gegeben oder be